Mittwoch, 8. August 2007

Sanfte Macht der Frauen

ISABEL ALLENDE. Das Exklusiv-Interview mit der chilenischen Weltliteratin zum Roman ‚Inés meines Herzens‘.
FÜR NEWS IN WIEN. Am 18. September live im Musikverein: Isabel Allende liest aus dem neuen Bestseller.

Eine Figur, wie geschaffen für Isabel Allendes ganze poetische Fabulierkraft. Die gebürtige Spanierin Inés Suárez, Protagonistin ihres neuen Romans, eroberte im 16. Jahrhundert mit ihrem Geliebten Chile und gründete die Stadt Santiago. Dann aber ereilte sie das Los ungezählter Frauen mit Eigenschaften: Eingang in die Chroniken fand nur der Mann, den sie begleitete, und die wagemutige Pionierin wurde fast vergessen.

„Inés meines Herzens“ (ab 27. August bei Suhrkamp) ist ein neues Meisterwerk der chilenischen Bestsellerautorin. Die Nichte des 1973 beim Pinochet-Putsch ermordeten Präsidenten Salvador Allende ist seit dem legendären Debüt „Das Geisterhaus“ eine literarische Weltadresse und wurde mit dem unsterblichen Gabriel García Márquez verglichen. Mit Österreich verbindet sie mehr als der Gouverneur ihrer Wahlheimat Kalifornien: Im Vorjahr war sie Gast beim Waldzell-Meeting. Und heuer kommt sie zur NEWS-Lesung nach Wien, wo ihr Stiefbruder lebt.
Am 18. September präsentiert sie den Roman auf NEWS-Einladung im Wiener Musikverein. Hannelore Hoger liest, Kulturchef Heinz Sichrovsky interviewt die Autorin. Karten: tickets@musikverein.at.

Isabel Allende lebt heute in zweiter Ehe mit dem Rechtsanwalt William Gordon in Kalifornien. Vor vier Jahren wurde sie amerikanische Staatsbürgerin, doch ihr Œuvre ist eine ständige Sehnsuchtshommage an die Heimat Chile, die sie verlassen musste, als Pinochet dort sein Regime errichtete. Mit NEWS sprach sie über ihr neues Buch, die Macht der Frauen, Papst Benedikt und Gouverneur Arnold.

NEWS: Wer ist diese bei uns unbekannte Eroberin Inés Suárez?
Allende: Sie ist auch in Amerika nicht sehr bekannt und wird in den chilenischen Geschichtsbüchern kaum erwähnt. Männliche Historiker haben systematisch versucht, sie zu ignorieren, wie sie die meisten Frauen der Geschichte ignoriert haben, aber ihre Taten waren so verblüffend, dass ihr Name nicht total vergessen ist. Ich begegnete ihr zum ersten Mal, als ich chilenische Geschichte in der Schule lernte. Ihr Name tauchte zwischen den Zeilen auf, und zwar in Verbindung mit dem Nationalhelden Pedro de Valdivia. Sie war seine Geliebte, aber er war verheiratet, daher erwähnte er sie nie in seinen Briefen an den König. Es ist sehr wenig über sie überliefert. Wir wissen, dass sie Wasser in der Wüste fand und die spanische Armee rettete, als sie die Stadt Santiago vor einem indianischen Angriff verteidigte. Sie enthauptete sieben indianische Häuptlinge, lebte 40 Jahre in Chile und hatte enormen politischen Einfluss. Sie war leidenschaftlich, mutig, gesund, stark, pragmatisch, großzügig, intelligent, arbeitete hart und war wahrscheinlich sehr attraktiv, weil einige Männer ihren Verstand oder sogar ihr Leben für sie verloren.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen NEWS

8.8.2007 16:14