Mittwoch, 8. August 2007

Netrebko: ,Würde nie leichtfertig absagen‘

ANNA NETREBKO: Die Absage ihrer Konzerte traf die Salzburger Festspiele schwer und entfachte ein Tumultchen. Im NEWS-Interview wendet sie sich an das Publikum.

An sich wäre die Faktenlage nur eine kurze Aussendung wert: Eine Mitwirkende an Pergolesis „Stabat Mater“ im Kleinen Festspielhaus hat wegen Kehlkopfentzündung abgesagt. Ist diese Mitwirkende allerdings Anna Netrebko – und storniert der stimmlich angeschlagene Rolando Villazón am nächsten Tag gleichfalls ein Konzert minderer Bedeutung –, so braust ein Sturm durch Salzburg. Die bekannt zuverlässige, nicht zum Absagen neigende Netrebko wird bezichtigt, anderswo Feten zu schmeißen und Salzburg aus Disziplinlosigkeit in Verlegenheit gebracht zu haben. Im NEWS-Interview antwortet sie.

NEWS: Wie kam es zur Absage?
Netrebko: Ich musste wegen einer akuten Laryngitis auf Empfehlung des Arztes absagen. Es schmerzt mich besonders, das Publikum in Salzburg enttäuschen zu müssen. Ich verdanke den Festspielen und der Liebe des Publikums viel und bin für die österreichische Staatsbürgerschaft aus ganzem Herzen dankbar. Niemals würde ich leichtfertig und ohne Grund absagen, am allerwenigsten in Salzburg. Das „Stabat Mater“ da zu singen war außerdem mein eigener Wunsch. Aber kein verantwortungsvoller Sänger wird mit einer solchen Erkrankung auf die Bühne gehen. Es gibt in der Operngeschichte zu viele Beispiele, welche Folgen das haben kann. Ich habe mich schon in Baden-Baden nicht ganz wohl gefühlt, und es stimmt auch nicht, dass ich in Salzburg ein Fest gefeiert habe, wie berichtet wurde, denn ich war gar nicht dort. Ich möchte jedenfalls in Salzburg singen, solange man will, dass ich singe. Und ich freue mich, dass man eine so großartige Künstlerin wie Christine Schäfer für den Abend gefunden hat. Dass Helga Rabl-Stadler jetzt Unwahrheiten über mich verbreitet, schmerzt und befremdet mich allerdings sehr.
NEWS: Ist Ihnen der Trubel in Salzburg denn nie auf die Nerven gefallen?
Netrebko: Ich war immer sehr glücklich in Salzburg – das Publikum ist ganz speziell. Es gibt zwar viele Touristen, aber auch viele Fans, Kenner und leidenschaftliche Musikliebhaber. Und ich liebe es, dass ich mit dem Fahrrad in der Stadt fahren kann. Es gibt hier besondere Plätze, Restaurants, Kaffeehäuser, die ich mag. Natürlich wird es manchmal während der Festspielzeit sehr hektisch. Manchmal ist es aufwendig, die Aufmerksamkeit der Presse und der Öffentlichkeit zu handhaben, wenn ich mich auf die Vorstellungen konzentrieren muss. Aber im Grunde bin ich sehr gern dort.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen NEWS

8.8.2007 16:51