Papamonat im NEWS-Realitycheck

Väter in Karenz. Rot-Schwarz streitet um die Einführung eines ,Papamonats. NEWS besuchte Väter, die bereits in Karenz sind.
Emma, 6, und Frieda, 3, wollen Puppen spielen. Wir haben Lego, Autos, Kräne, aber sie wollen immer mit den Puppen spielen, sagt Werner Rammer lachend. Sechs Monate lang ging der 32-Jährige in Karenz, um mehr Zeit mit seinen Töchtern zu verbringen. Das war eine sehr positive Sache, so Rammer. Ganz zu arbeiten aufgehört hat er allerdings nie. Nebenbei habe er projektweise auf der Universität für Bodenkultur als Waldwachstumsforscher gearbeitet. Er empfiehlt allen Männern, diese spannende Zeit mit den Kindern zu nützen. Oft geht es halt leider finanziell nicht, ist Rammer klar. Wobei für ihn nicht nur finanzielle Anreize entscheidend sind, um mehr Väter in Karenz zu locken: Es ist eine gesellschaftliche Frage, wann ein Vater in Karenz endlich selbstverständlich wird. Das hätte auch für die Frauen im Job Vorteile. Denn damit wäre es für den Arbeitgeber gleich wahrscheinlich, dass ein Mann oder eine Frau in Karenz geht.
Kdolsky gegen Buchinger. Sozialminister Erwin Buchinger will jedenfalls zusätzliche Anreize für Männer schaffen. Mit einem Papamonat will er erreichen, dass bis zu 40 Prozent der Väter nach der Geburt des Kindes vier bis acht Wochen zuhause bleiben. In dieser Zeit sollen die Männer zwischen 400 und 800 Euro bekommen. Ein Vorschlag, der von der ÖVP jedoch umgehend abgelehnt wurde. Es bestehe kein Bedarf, glaubt Familienministerin Andrea Kdolsky. Sehr wohl Bedarf sehen die Kinderfreunde. Bereits seit drei Jahren fordern sie einen Vaterschutzmonat. Bisher wurden rund 20.000 Unterschriften dafür gesammelt. Ebenfalls sinnvoll findet Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von ABZ Austria, einen Papamonat. Es ist ein Anreiz mehr, später auch in Karenz zu gehen, so Vollmann, die sowohl Familien als auch Firmen in Sachen Karenz berät und derzeit mit dem Aufbau eines Karenz-Karriere-Kompetenzzentrums beschäftigt ist. Sie proklamiert, dass auch die Firmen mitziehen müssen, damit mehr Väter in Karenz gehen. Schließlich sei es eine Win-Win-Situation für alle. Denn: Die Motivation und Unternehmensbindung der Mitarbeiter steigt bei solchen Möglichkeiten.
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