"Pictures": Pop-Wunder-Fräulein begibt sich auf wunderbare & gefühlvolle Pop-Reise
- Drittes Album der 22-Jährigen überzeugt erneut
Katie Melua zählt zu DEN Ausnahmekünstlern unserer Zeit. Gemeinsam mit Norah Jones und Leslie Feist gehört sie zu den neuen "starken" Frauen im gefühlvollen Pop-Business, die mit qualitativ hochwertiger Musik die Massen erreichen. Mit "Pictures" veröffentlicht die 22-Jährige bereits ihr drittes Album. Und das ist - wie nicht anders zu erwarten - erneut wunderbar gelungen.
Die Britin ist eine der wenigen Künstlerinnen, die es nicht nötig hat, sich halbnackt in Videos zu präsentieren, um die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie betreibt Eigenwerbung der anderen Art: Melua hat zum Beispiel auf dem Boden einer Öl-Bohrstation in der Nordsee ein Konzert gegeben und damit den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Das tiefste Unterwasserkonzert aller Zeiten fand 369 Meter unter dem Meeresspiegel statt. Melua und ihre fünfköpfige Band hätten für die Mitarbeiter der Statoil Troll Plattform, dem größten europäischen Gasfeld auf See, zwei Songs gespielt, bevor sie wieder auftauchten.
Craig Glenday, Chefredakteur des Guinness-Buchs der Rekorde saß ebenfalls im Publikum um darauf zu achten, dass alle Vorschriften für einen Weltrekord eingehalten werden. Melua und ihre Band mussten sich im norwegischen Bergen strengen medizinischen Tests unterziehen, bevor sie mit einem Hubschrauber auf die Öl-Bohrstation geflogen wurden. Das Unterwasserkonzert fand anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Plattformbetreibers "Statoil" statt und wurde vom norwegischen Fernsehen übertragen.
Von Erfolg überrascht
Auch mit solchen Aktionen kann man auf sich aufmerksam machen. Trotzdem ist die süße Britin von ihrem raschen Erfolg etwas erstaunt: "Mein Stil zielt nicht gerade auf den musikalischen Mainstream ab." Dass ihre Mischung aus Jazz und Pop wohl auch auf ein gesetzteres Publikum zielt, stört sie dabei wenig: "Ich glaube, es ist nicht wichtig, wer meine Musik hört, Hauptsache sie kann den Hörer bewegen." Ohnehin fühlt sie sich eher von Joni Mitchel und Bob Dylan inspiriert als von zeitgenössischen Künstlern. Zwar schätzt sie angesagte britische Bands wie The Feeling als Hörerin durchaus und hört dem 14-Jährigen Bruder wegen sogar Rage Against The Machine, als Künstlerin sieht sie die Dinge aber anders. "Die aktuelle Musik ist vor allem von Produktion und Rhythmus geprägt, während ich meinen Schwerpunkt beim Schreiben auf Melodien und Texte lege."
"Verkaufe kein Image oder Lebensstil"
Trotz des Bekanntheitsgrads als Musikerin kann Melua ihre Freizeit unbeschwert genießen, Probleme mit der Yellow Press und Paparazzi gibt es keine. Zum einem werde sie ungestylt kaum erkannt, zum anderen "verkaufe ich auch nicht mein Image und meinen Lebensstil, sondern meine Musik". So bleibt immer noch genug Zeit dafür, Konzerte noch unbekannter Kollegen zu besuchen oder Flugstunden zu nehmen. Mit ihrem Beruf möchte sie jedenfalls auch weiterhin ein Ziel verfolgen, nämlich "ein wenig anders zu klingen und Musik zu schaffen, die bewegt". (red/apa)
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