Freitag, 10. August 2007

Chavez baut Energieallianz gegen USA aus:
Venezuela & Bolivien kooperieren stärker

  • Nach Raffinerie- jetzt auch Ölförderung-Kooperation
  • Raffinerie soll 300.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten

Venezuelas Präsident Hugo Chavez treibt seine Pläne für eine südamerikanische Energie-Allianz voran. Er unterzeichnete ein Abkommen mit Bolivien zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, das Ölfelder in dem Andenstaat ausbeuten soll. Zuvor hatte der Linkspolitiker Ecuador versprochen, beim Bau einer Ölraffinerie zu helfen. Die Schritte gehören zu Chavez' Plan, die Integration Lateinamerikas zu vertiefen und den Einfluss der USA zurückzudrängen.

Das venezolanisch-bolivianische Joint Venture YPFB-Petroandina will zunächst für mindestens 600 Mio. Dollar (437 Mio. Euro) Öl-Reserven erkunden. Anfangs verschafft Chavez der Firma das nötige Kapital, während sein Partner hauptsächlich nur die Förderlizenzen einbringt. "Wir haben gesagt, dass wir Partner und keine Herren suchen, und heute haben wir Partner", sagte der bolivianische Präsident Evo Morales. Er wollte gemeinsam mit Chavez die Ausschreibung für ein Kraftwerk in einer Koka-Anbauregion starten.

Die von Ecuador geplante Raffinerie soll 300.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten. Die Anlage koste fünf Mrd. Dollar und könnte in vier bis fünf Jahren errichtet werden, erklärte Präsident Rafael Correa bei Chavez' Besuch in Quito.

Chavez kündigte zudem an, Ecuador bei den Bemühungen zu unterstützen, erneut OPEC-Mitglied zu werden. Als fünftgrößter Ölförderer in Lateinamerika erwägt Ecuador schon seit einiger Zeit, dem Kartell wieder beizutreten. Das Land war 1992 aus der OPEC ausgetreten.

Bereits zu Beginn seiner derzeitigen Südamerika-Reise hatte der US-Gegner Chavez in Argentinien den Kauf von Staatsanleihen im Wert von einer Milliarde Dollar bekanntgegeben. Damit hat Venezuela den Argentiniern in den vergangenen Jahren mehr als fünf Mrd. Dollar geliehen. Auch durch andere Investitionen baut Venezuela sein Engagement in Argentinien aus. Dort unterzeichnete Chavez ein Abkommen zum Bau einer 400 Mio. Dollar teuren Flüssiggasanlage.

(apa/red)

10.8.2007 17:31