Freitag, 10. August 2007

Lokführer verzichten vorerst auf Streiks: GDL stimmte Vergleich des Gerichtes zu

  • Bis mindestens 27. August fahren Züge planmäßig
  • Kommende Woche startet Vermittlung im Lohnstreit

Im Bahnverkehr in Deutschland wird es mindestens bis zum 27. August keinen Streik geben. Die Lokführergewerkschaft GDL erklärte sich vor dem Arbeitsgericht Nürnberg bereit, bis dahin auf Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten. Sie stimmte einem entsprechenden Vergleichsvorschlag des Gerichts zu. Kommende Woche soll eine Vermittlung im Lohnstreit beginnen.

Die Bahn begrüßte den Vergleich. Die Pendler und Reisenden im Nah- und Fernverkehr könnten wieder verlässlich mit der Bahn zur Arbeit oder in den Urlaub fahren. Auch für die Wirtschaft sei der Streikverzicht ein wichtiges Signal. "Das schafft für unsere Kunden Planungssicherheit", erklärte Norbert Bensel, DB-Vorstand für Transport und Logistik, in Berlin.

GDL-Chef Manfred Schell erklärte, er gehe davon aus, dass die Vermittlung im Bahnkonflikt durch die früheren CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf demnächst beginnen könne.

Befristetes Streikverbot
Das Arbeitsgericht Nürnberg hatte zunächst ein bis 30. September befristetes Streikverbot für den Fern- und Güterverkehr ausgesprochen. Dagegen hatte die Gewerkschaft Widerspruch eingelegt. Der Vermittler Geißler sagte, Ziel der Vermittlungsgespräche werde sein, "das notwendige Mindestmaß an Vertrauen zwischen Unternehmen und Belegschaft wiederherzustellen". Ohne dieses Vertrauen könne das wichtigste Transportunternehmen der Republik nicht florieren.

Der Vorsitzende der deutschen Verkehrsgewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, sieht einen Erfolg der Vermittlung keineswegs garantiert. Die Chancen einer Einigung lägen bei "unter 50 Prozent, weil die Fronten doch sehr verhärtet sind", sagte er.

(apa/red)

10.8.2007 15:43