Mittwoch, 8. August 2007

voestalpine-Gewinn über Erwartungen im 1.
Quartal: Nettoeinkünfte von 242, 1 Mio. Euro

  • "Anhaltend hohe Nachfrage und stabiles Preisniveau"
  • Für 2007 wird "neuerlich ein Rekordjahr" angepeilt

Begünstigt von der anhaltend hohen Nachfrage und einem stabil guten Preisniveau hat der voestalpine-Konzern im 1. Quartal 2007/08 mehr als erwartet verdient. Unter dem Strich blieb im Zeitraum April bis Juni ein Nettogewinn (Ergebnis nach Steuern) von 242,1 Mio. Euro, ein Plus von 58,1 Prozent, wie das oberösterreichische Unternehmen mitteilte. Von der APA befragte Analysten hatten im Vorfeld einen Zuwachs von 46 Prozent erwartet.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 37,5 Prozent auf 407,5 Mio. Euro, und das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 46,0 Prozent auf 313,2 Mio. Euro zu. Hier hatten die Finanzexperten einen Anstieg von 35 bzw. 43 Prozent vorhergesagt. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 20,8 (17,4) Prozent, die EBIT-Marge auf 16,0 (12,6) Prozent. Der Umsatz stieg - im Rahmen der Prognose - um 14,8 Prozent auf 1,961 Mrd. Euro.

Für die zweite Jahreshälfte sieht voestalpine "eine ungebrochene Fortsetzung der wirtschaftlichen Dynamik der ersten sechs Monate", wie es im Ausblick heißt. Dies gelte insbesondere für Europa und den asiatischen Raum, wogegen die Entwicklung in Nordamerika bis auf weiteres von einer gewissen Unsicherheit geprägt sein dürfte. Insgesamt werde für 2007 "neuerlich ein Rekordjahr" angepeilt.

Am Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm, der seit 1. Juli d.J. konsolidiert ist, hält die voestalpine mittlerweile bereits 63,2 Prozent, wie es weiter hieß.

Steigerung um 30 Prozent
Nach den guten Ergebnissen im ersten Quartal 2007/08 und der erstmaligen Konsolidierung der Böhler-Uddeholm ab Juni geht der voestalpine-Konzern jetzt im laufenden Geschäftsjahr von einer Steigerung "des operativen Ergebnisses um mindestens 30 Prozent" aus. Dies erklärte das Unternehmen in seinem veröffentlichten Aktionärsbrief zum Quartal. Bisher hatte der Konzern für 2007/08 einen operativen Gewinn von rund 950 Mio. Euro vorausgesagt. Das hätte gegenüber 2006/07 (732 Mio. Euro) einem Anstieg um 29,8 Prozent entsprochen.

Böhler-Uddeholm ist laut dem Linzer Stahlkonzern bereits auf den Weg zur Integration in die Voest. Mit deutlich mehr als 60 Prozent der Aktien der Böhler-Uddeholm AG habe die Voest "das Ziel ihres Übernahmeangebotes erreicht", betonte der Konzern im Quartalsbericht.

Trotz Kritik von Böhler-Aktionären hat die Voest dabei bekräftigt, dass Böhler "als Division Edelstahl und damit als zusätzliche Division der voestalpine-Gruppe geführt" werde. Die für eine Einbindung "erforderlichen Maßnahmen" seien "derzeit Gegenstand umfassender Gespräche sowohl auf Managementebene als auch in einer Reihe von Arbeitsgruppen". In einzelnen Bereichen - neben Reporting und Controlling vor allem bei Einkauf und IT sowie bei den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten - habe man zwischenzeitlich bereits mit der Umsetzung konkreter Abstimmungsmaßnahmen begonnen, hieß es.

Man werde jedoch "mit größter Sorgfalt darauf achten, dass alle Interessen ausgewogen berücksichtigt werden. Böhler-Uddeholm würden "keine einseitigen Nachteile, weder aus der Nutzung von Synergien noch auf andere Weise erwachsen".

Finanziert hat die Voest die Übernahme durch eigene Mittel und Kredite. Daher müsse man nicht auf Ressourcen von Böhler-Uddeholm zurückgreifen und habe folglich "nicht den geringsten Zeitdruck, das Unternehmen zu 100 Prozent zu übernehmen", hieß es. Unter dem Aspekt hat die Voest noch einmal bekräftigt, "dass es jedenfalls bis zum 6. Juni 2008 zu keinem neuen, höheren Angebot (gegenüber dem jetzigen von 73 Euro je Aktie) kommen wird".

Die Finanzverschuldung des voestalpine-Konzerns ist durch die Finanzierung der Böhler-Übernahme von 313,7 Mio. Euro auf 2,717 Mrd. Euro gestiegen. Das Eigenkapital hat sich demgegenüber nur leicht um 16,4 Prozent auf 2,696 Mrd. Euro erhöht. Dadurch verschlechterte sich die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) gegenüber dem ersten Quartal des vorigen Geschäftsjahres von 11,6 auf 86,6 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter (ohne Lehrlinge) hat sich überwiegend akquisitionsbedingt von 23.298 auf 25.752 erhöht.

(apa/red)

8.8.2007 09:15