Eklat in Vorstandssitzung: Abgang von AUA- Direktor Josef Burger ist offenbar fix
- Schwerer Konflikt zwischen Ötsch und Burger
- Offizieller Abgangsgrund "gesundheitliche Gründe"
Der Abgang von AUA-Vorstandsdirektor Josef Burger soll endgültig fix sein. Burger soll - offiziell aus "gesundheitlichen Gründen" - seinen Rücktritt eingereicht haben, berichtet die "Krone". Der "Presse" zufolge soll der AUA-Aufsichtsrat dagegen prüfen, ob Burger ein Vertrauensverlust vorzuwerfen sei. Wie der APA aus Unternehmenskreisen bestätigt wurde, ist eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung anberaumt worden. Wahrer Hintergrund für das Ausscheiden Burgers sollen schwere Meinungsverschiedenheiten mit AUA-Chef Alfred Ötsch sein.
In der "Presse" wird ein E-Mail von Ötsch an alle Mitarbeiter zitiert, in dem es heißt, er bitte "um Verständnis, dass wir den Abgang von Vorstandsdirektor Burger nicht kommentieren". Dies sei Sache des Aufsichtsrats, "der sich in den nächsten Tagen damit befassen wird". Und: Gerüchte über ein Ausscheiden von Finanzvorstand (Thomas) Kleibl entbehrten jeglicher Grundlage. "Er hat nicht die Absicht zu gehen, was ich sehr begrüße", so Ötsch in dem E-Mail.
Eklat in Vorstandssitzung
Laut "Presse" soll es bei einer Vorstandssitzung zu einem Eklat zwischen Ötsch und Burger gekommen sein. Burger soll Details aus dem Vertrag der AUA mit Do&Co, die für die AUA nicht gerade vorteilhaft sein sollen, publik gemacht haben. Um handfeste Beweise gegen Burger zu finden, soll Ötsch den ehemaligen Chef des Sondereinsatzkommandos Cobra, Wolfgang Bachler, und seine Sicherheitsfirma engagiert haben, schreibt die Zeitung. Bachler hat das jedoch dementiert.
Mittlerweile soll sich dennoch wegen der Gerüchte um die Bespitzelungen auch schon der Betriebsrat in den Konflikt eingeschalten haben. Die Personalvertreter des kaufmännisch-technischen Personals, denen gute Beziehungen in die SPÖ nachgesagt werden, würden Ötsch demnach jetzt "Management by Chaos" vorwerfen und wollten bei Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) in den nächsten Tagen die Ablöse von Ötsch einfordern, heißt es. Parallel dazu laufen demnach auch die Kollektivvertragsverhandlungen, wo diesmal nicht nur die AUA-Piloten, sondern auch die Bordmitarbeiter der Tyrolean Airways, die unter dem Markennamen Austrian arrows fliegt, mehr Geld verlangt haben.
Erfolgsdruck verstärkt
Kritik an Ötsch kommt aber nicht nur von der Belegschaft, sondern auch von Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger. Burgers Abgang verstärke "den Erfolgsdruck auf Ötsch und seine Vertrauten", sagte Rasinger im "Kurier". Er mache sich "große Sorgen, ob die Zeit (bei der AUA) für eine nachhaltige wirtschaftliche Verbesserung ausreicht." Die Halbjahresergebnisse seien "bei Weitem nicht ausreichend", die Maßnahmen "nicht dem Ernst der Lage angepasst".
Der Kurs der AUA-Aktie gab gegenüber um 4,77 Prozent auf 8,59 Euro nach.
Betriebsrat kämpferisch
Bei der AUA kriselt es nicht nur in der Chefetage, auch beim Personal gibt es Turbulenzen, berichtet "Die Presse". Diesmal rassle nicht nur der Bordbetriebsrat der AUA (Austrian und Lauda Air) mit den Säbeln. Auch der Betriebsrat der Regionallinie Austrian Arrows (ehemals Tyrolean) rüste zur Konfrontation.
Unmittelbarer Auslöser seien die Kollektivvertragsverhandlungen, die gerade im Gang sind. Bei der AUA soll es vorerst nur darum gehen, die Kollegen über den Stand der Gespräche zu informieren, erfuhr die "Presse". Anders sei die Situation bei Tyrolean. Dort fühlen sich Piloten und Flugbegleiter nicht nur im Vergleich zur AUA unterbezahlt. "Wir verdienen die Hälfte im Vergleich zu den Kollegen bei der Lufthansa-Cityline", erklärt ein Pilot der Zeitung. Das wollen die "Tiroler" nicht länger hinnehmen. Es gehe nicht darum, jetzt eine Verdoppelung des Gehalts zu fordern, aber um eine "angemessene" Aufstockung, heißt es in der Belegschaftsvertretung.
(apa/red)

