Mittwoch, 8. August 2007

Doch kein Lokführer-Streik in Deutschland: Gericht hat Arbeitsniederlegung verboten

  • Gewerkschaft hatte Streik für morgen angekündigt

Die angekündigten Streiks der Lokführer im deutschen Güterverkehr am Donnerstag dürfen nach Darstellung der Deutschen Bahn AG nicht stattfinden. Das Arbeitsgericht Nürnberg habe die Arbeitskampfmaßnahmen bei der Bahn-Transporttochter Railion und im Fernverkehr bundesweit untersagt, sagte der Bahn-Verhandlungsführer Werner Bayreuther in Berlin.

Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass die GDL Rechtsmittel einlegt und dass darüber bis Ende der Woche entschieden sein wird. Man werde die Hauptsacheverfahren weiter verfolgen, doch hätten die Verhandlungen Vorrang, sagte Bayreuther weiter.

Bei der Lokführergewerkschaft GDL war der Sachverhalt noch nicht näher bekannt, wie ein Sprecher auf AP-Anfrage erklärte. Wenn ein entsprechender Bescheid zugestellt werde, werde die Gewerkschaft aber "sicherlich dagegen Rechtsmittel einlegen".

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL sagt jetzt ihre Streiks im Güterverkehr ab. Nachdem das Arbeitsgericht Nürnberg den geplanten Ausstand per einstweiliger Verfügung untersagt habe, sei die GDL rechtlich nicht mehr auf der sicheren Seite, sagte GDL-Chef Manfred Schell im Fernsehsender N-24. "Logischerweise werden wir jetzt in die Berufung gehen", betonte er. "Ich denke, dass morgen möglicherweise Verhandlung sein wird."

Die GDL hatte angekündigt, den Güterverkehr am Donnerstag bundesweit für vier Stunden lahmzulegen. Es wurden auch gravierende Auswirkungen auf den Personenverkehr erwartet. Dieser sollte aber frühestens am Montag bestreikt werden. Zur am Vortag ins Gespräch gebrachten Einsetzung eines Vermittlers liefen vorerst nach Angaben der Gewerkschaft noch keine Sondierungsgespräche zwischen Bahn und GDL.

(apa/red)

8.8.2007 10:18