ÖFB-Legionäre nur auf der Ersatzbank:
Deutscher Bundesligastart ohne Harnik & Co
- Sand & Weissenberger verletzungsbedingter Ausfall
- Weissenberger: "Muss sich erst an Neues gewöhnen"
·Zidanes Ziehsohn: Neo-Münchner Ribéry
TV-MEDIA: Alles über Bayerns neuen Superstar
·Deutsche Bundesliga boomt vor Saisonstart
Klubs griffen für Neuzu- gänge tief in die Tasche
·Bayern für Trainer der Platzhirsch Nr. 1!
11 der 18 Coaches tippen
auf Ribery, Toni und Co.
·KLICKEN: Die Teams der deutschen Liga!
Alle Klubinfos, Trainer und ihre besten Spieler!
Auf Österreichs Deutschland-Legionäre wartet beim Start der deutschen Bundesliga bestenfalls nur der Platz auf der Ersatzbank. Während Torhüter Michael Langer (VfB Stuttgart) und Martin Harnik (Werder Bremen) zumindest mit Einsatzminuten spekulieren dürfen, stehen die zuletzt angeschlagenen Marc Sand (VfL Bochum) und Markus Weissenberger (Eintracht Frankfurt) bei ihren Clubs voraussichtlich nicht einmal im Kader.
Der 22-jährige Vorarlberger Langer "darf" dabei das dem Papier nach Spitzenduell der 1. Runde beobachten. Meister Stuttgart trifft in der vorgezogen Partie vor eigenem Publikum auf Vize Schalke 04. "Wir haben gut gearbeitet und intern beschlossen, diese Saison wie die letzte ohne wirkliches Ziel anzugehen. Wir wollen einfach versuchen, so weit wie möglich vorne dabei zu sein", meinte der Österreicher vor dem Saisonstart.
Chancen auf Einsätze im Tor der Schwaben rechnete sich Langer, der im März sein Debüt in der Bundesliga gab, aus: "Mein Ziel war es, soviel Druck wie möglich zu machen. Ich denke schon, dass ich das eine oder andere Mal zum Einsatz kommen werde, mal schauen, was die Saison bringt." Bei den Stuttgartern verabschiedete sich im Sommer DFB-Teamtorhüter Timo Hildebrand, trotzdem wäre die Chance auf einen Einsatz gleich hoch. "Timo hatte sicher einen besonderen Status im Team, aber auch Raphael Schäfer ist ein sehr guter Tormann", urteilte Langer, der in der Vorbereitung wegen einer Schienbeinentzündung pausieren hatte müssten, über Stuttgarts neue Nummer eins.
Auf den einen oder anderen Einsatz bei den Profis spekuliert auch Martin Harnik, der im Sommer einen Profivertrag bei Werder Bremen unterschrieb. "Es ist schwer zu sagen, ob ich beim Auftakt dabei bin", meinte der 20-Jährige, der bei den Profis zuletzt beim 1:1 im Testspiel gegen den dänischen Club Esbjerg FB ab der 46. Minute zum Einsatz kam. Harnik, der bei Werder anders als beim ÖFB-U20-Team im Sturm zum Einsatz kommt, gilt auch bei den Werder-Amateuren als Erfolgsgarant.
Zuletzt war Harnik im DFB-Cup beim überraschenden 4:2 gegen den Zweitligisten 1. FC Köln mit zwei Treffern entscheidend am Aufstieg beteiligt. "Auch wenn ich gerne für die Amateure spiele, wäre es wichtig, bei den Profis dabei zu sein. Aber das ist eine Entscheidung des Vereins", meinte der Offensivspieler, der nach seinem Doppelpack auch bei Cheftrainer Thomas Schaaf Punkte gesammelt hat: "Ich hoffe schon, dass ich mehr ins Blickfeld gerückt bin. Stürmer werden schließlich an ihren Toren gemessen."
Für Marc Sand wird es mit Bochum schwierig, den achten Platz der Vorsaison zu wiederholen. "Wir wollen von Spiel zu Spiel schauen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ein Platz im guten Mittelfeld wäre schön", sagte der im Sommer vom FC Kärnten nach Deutschland gewechselte Stürmer. Gegen Bremen wird der Nachwuchs-Teamstürmer vermutlich noch nicht im Kader stehen, er wird aller Voraussicht nach am Sonntag im Spiel von Bochums Amateuren in der Oberliga Spielpraxis sammeln. Dort hatte er auch schon beim 0:1 gegen Schalke 04's zweite Mannschaft sein Debüt gegeben.
Sand hinterließ in der Vorbereitung jedenfalls einen guten Eindruck, im Testspiel gegen Darmstadt 98 erzielte er nach seiner Einwechslung zur Pause beim 5:1-Sieg auch seinen ersten Treffer im Bochumer Dress. Aufgrund einer im Vorbereitungsspiel Ende Juli zugezogenen Sprunggelenksverletzung, die drei Tage Pause mit sich gebracht hatte, verlor der Österreicher aber vorerst seinen Platz im Profi-Kader. "Ich habe mich gut eingelebt, im Training hat es gepasst. Auch der Trainer hat gesagt, dass er mit meiner Vorbereitung zufrieden ist, ich ein Talent bin, es aber natürlich Zeit brauchen wird", meinte der 19-Jährige. "Es wird sicher kein Honigschlecken, aber wenn sich die Chance bietet, will ich sie nutzen."
Österreichs aktuell dienstältestem Bundesliga-Legionär Markus Weissenberger machte in der Vorbereitung seine langwierige Sprunggelenksverletzung zu schaffen. "Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich in den Kader zu kommen. Ich habe selbst viel trainiert, habe viel machen können", meinte der seit Juni 2004 in Frankfurt engagierte Vorarlberger, der beim letzten Testspiel, einem 6:1 gegen Landesligist Viktoria 07 Kelsterbach, ein Tor erzielte. Zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC wäre er bereits mit einem Platz auf der Bank zufrieden, um sich in den darauffolgenden Runden wieder langsam an die Stammelf heranzutasten.
"Ich bin nach Verletzungen immer wieder aufgestanden", meinte Weissenberger, der einen "einstelligen Tabellenrang" als Saisonziel nannte. Der 32-jährige ÖFB-Teamspieler hatte auch einen Tipp für seine jungen Landsleute parat: "Man darf nicht gleich verzweifeln, wenn man nicht sofort im Kader steht. Man muss sich erst einmal an das neue Umfeld, die neuen Trainer und Spieler gewöhnen - das dauert eben ein wenig." (apa)
