Sonntag, 12. August 2007

Zittersieg gegen inferioren Gegner: Sturm feiert gegen Altach mühevollen 3:1-Erfolg

  • Rabihou sichert Grazern mit Doppelpack drei Punkte
  • Präsident Rinner versichert: "Prödl bleibt bei Sturm"

Sturm Graz hat seine Siegesserie gegen Altach fortgesetzt: Die Steirer feierten gegen den Tabellenletzten einen hochverdienten, allerdings mühsamen 3:1-(1:0)-Erfolg und damit den vierten Sieg en suite gegen die Vorarlberger, die nun schon seit 14 Auswärtsspielen (3 Remis/11 Niederlagen) sieglos sind.

Matchwinner für die Hausherren war der Kameruner Amadou Rabihou: Der Joker, der in der 68. Minute für den an diesem Tag als "Chancentod" agierenden Stankovic eingewechselt wurde, fixierte mit seinem Doppelpack im Finish den Triumph der Grazer, die nun schon seit zehn Runden (je fünf Siege und Remis) ungeschlagen sind.

Die Gastgeber dominierten die Partie vor 10.721 Zuschauern in der UPC-Arena von Beginn weg klar, ließen aber eine ganze Reihe von hochkarätigen Chancen aus. So knallte gleich kurz nach Anpfiff ein Kopfball von Säumel nach Haas-Flanke an die Latte, den Nachschuss von Haas hielt Altach-Schlussmann Michl (4.). Nur fünf Minuten später verfehlte ein Haas-Schuss sein Ziel nur knapp, und in der 16. Minute legte Lamotte perfekt auf für Stankovic, der aber seine erste Hundertprozentige an diesem Abend verstolperte und alleinstehend aus 13 Metern knapp vorbeischoss.

Erst unmittelbar vor der Pause schlug es im Altach-Gehäuse erstmals ein: Nach Krammer-Flanke und verunglücktem Stankovic-Kopfball landete der Ball genau beim am langen Eck lauernden Haas, der aus kurzer Distanz eiskalt einnetzte. Gleich nach dem Wechsel ließ dann Stankovic den nächsten Sitzer (46.) aus, als er nach einem schweren Abwehrfehler erneut alleine vor Michl auftauchte und diesen anschoss. Und in der 63. Minute hätte der Angreifer nach einer Haas-Flanke eigentlich alle Zeit der Welt gehabt, doch er schoss überhastet und scheiterte erneut Michl.

Und diese vergebene Möglichkeit rächte sich prompt, denn die inferioren Altacher nützten ihren ersten Schuss aufs Tor gleich zum Ausgleich: Nach einem Schoppitsch-Corner stieg Chinchilla perfekt hoch und besorgte mit einem wuchtigen Kopfball das 1:1 (65.). Damit war der Spielverlauf vorerst auf den Kopf gestellt. Dass der Teamspieler aus Costa Rica sich beim Torjubel das Trikot über den Kopf zog und dafür Gelb sah, sollte sich in der Schlussphase rächen.

Sturm-Trainer Franco Foda reagierte nach dem Gegentreffer sofort und brachte Rabihou für Stankovic. Der Deutsche bewies damit ein goldenes Händchen, denn der Afrikaner schlug in den letzten Minuten gleich zweimal zu: Zunächst verwertete er nach einem Muratovic-Freistoß aus gut 25 Metern, den Michl ans Aluminum abwehrte, einen Abstauber (85.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorarlberger jedoch nur noch zu zehnt, da Chinchilla nach Foulspiel unmittelbar zuvor mit Gelb-Rot vom Platz geschickt worden war. Und in der Nachspielzeit traf Rabihou nach einem blitzschnellen Konter und uneigennützigen Strafraum-Querpass von Haas zum 3:1-Endstand.

Präsident: "Prödl bleibt bei Sturm"
Sturm-Präsident Hans Rinner hat vor Spiel betont, dass Österreichs U20-Fußball-Teamkapitän Sebastian Prödl weiterhin in Graz spielen werde. "Prödl spielt in dieser Saison bei Sturm", sagte Rinner im Gespräch mit der APA. "Ich fange erst zum Nachdenken an, wenn fünf Millionen Euro geboten werden. Das ist die Schmerzgrenze."

Prödl befand sich zuvor auf Einladung des deutschen Bundesligisten Hertha BSC in Berlin. Der Sturm-Verteidiger sah sich dort den Verein und das Umfeld an. Prödl hat bei den Grazern einen Vertrag bis Sommer 2009.

(apa/red)

12.8.2007 13:21