Kung-Fu, ein Tor & eine Handynummer: Bei OÖ-Derby gingen vielen die Nerven durch
- LASKs Klapf sagt zu Hackmair per Handy "sorry"
- Rieds Kraft kritisierte"kriminelles" Abwehrverhalten
·OÖ-Derby: LASK bezwingt Ried mit 1:0
Aufsteiger aus Linz feiert
knappen Sieg in Unterzahl
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Das mit Spannung erwartete Oberösterreich-Duell zwischen Aufsteiger LASK und Vizemeister Ried hat klassische Begleiterscheinungen eines Derbys gebracht. Harte Zweikämpfe, eine mit Gelb-Rot bestrafte "Kung-Fu-Attacke" sowie den viel umjubelten Sieg der ab dem Ausschluss in der 19. Minute dezimierten Linzer. Und leider auch die befürchteten bzw. erwarteten und von der Polizei daher auch schnell beendeten Ausschreitungen vor dem Spiel.
Als die Gewalttätigkeiten auf dem Weg ins Stadion schon abgeebbt waren, wurde es auf dem Spielfeld erst so richtig brutal. Der in Kopfhöhe angesetzte Kampfsprung von LASK-Verteidiger Klapf gegen Hackmair war nichts für schwache Nerven und hätte mit Rot statt Gelb-Rot bestraft werden müssen. "Klapf ist hochmotiviert, er lebt für den Fußball. Aber bei dieser Aktion hat er das Hirn ausgeschaltet", kritisierte LASK-Trainer Karl Daxbacher seinen Spieler und nahm ihn gleichzeitig in Schutz.
Der Sünder selbst zeigte nach der Partie Reue: "Beim Foul ist es mir gar nicht so aufgefallen, aber im Fernsehen schaut meine Aktion echt brutal aus. Ich habe mir schon die Handynummer von Hackmair besorgt und werde mich entschuldigen." Bemerkenswert auch die von Klapf angeführte Begründung für seinen Aussetzer: "Vor dem Derby ist die Stimmung in den Medien aufgebauscht worden. Ich reagiere auf so etwas extrem aggressiv."
Nicht ganz so aggressiv, aber zumindest verärgert, reagierte Ried-Trainer Helmut Kraft auf das Abwehrverhalten seiner Mannschaft beim Goldtor des LASK durch den eingewechselten Saurer (72.). "Beim Gegentor sind Rzasa und Brenner danebengestanden und haben sich aufeinander verlassen. Sie haben Goalie Berger quasi alles Gute gewünscht. Das ist im Fußball kriminell", so der Tiroler, der außerdem kritisierte: "Der entscheidende Pass hat nicht geklappt."
Gegenüber Daxbacher war angesichts der schwierigen Situation in Unterzahl und der kämpferischen Sonderleistung seiner Truppe natürlich zufrieden: "Nach dem frühen Ausschluss haben wir gut verteidigt und die Räume eng gemacht. Ried hat sich schwergetan, das Spiel zu machen. Wir hatten zwar weniger Spielanteile, aber die klareren Chancen. Deshalb war der Sieg nicht unverdient." Matchwinner Saurer erhielt verhaltenes Lob: "Einen Pass vom Sechzehner ins leere Tor zu verwerten, ist für Saurer keine Bestätigung. Aber er ist auf einem guten Weg zum Stammspieler."
Mattersburg nach 4:1 über Altach hoch zufrieden
In Mattersburg berichtete SVM-Coach Franz Lederer nach einem hart erarbeiteten 4:1-Heimerfolg über Altach von "richtigen Worten", die zur Pause (1:1) in der Kabine gefallen waren. Es folgten zwei Treffer von Mörz und Thomas Wagner, die Lederer zufrieden resümieren ließen: "Die Mannschaft war insgesamt sehr gut. Man muss vor dem Team den Hut ziehen. Wir haben jetzt in 17 Tagen 6 Spiele absolviert, sind im Europacup weiter und mit 11 Punkten Tabellenführer. Die Truppe hat Moral und Charakter. Wenn wir so weiterarbeiten, können wir uns in den Spiegel schauen."
Doppeltorschütze Michael Mörz begründete den eher schwachen Start mit "ein bisserl Müdigkeit in den Beinen". Aber: "Wir können jeden schlagen, wenn wir unser Spiel aufziehen. In der ersten Hälfte war wir etwas zu spielerisch, aber in der zweiten haben wir das Tempo erhöht."
Altach-Trainer Manfred Bender haderte mit dem Spielverlauf - u.a. scheiterte Schoppitsch mit einem Elfer an Almer - und dem fehlenden Killerinstinkt seiner Truppe vor dem Tor. "So etwas hat man oder hat man nicht", meinte Bender, den weiter Personalsorgen plagen: "Ich bin mit 15 Spielern nach Mattersburg gekommen, zwei davon mussten wir fitspritzen, das sagt alles."
(apa/red)
