Relikt aus Kaltem Krieg: Umweltschäden durch stillgelegte Radarstationen in Arktis
- Ende der Sanierungsarbeiten auf 2013 verschoben
- Streit zwischen USA-Kanada wegen Abbruch-Kosten
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Die im Kalten Krieg operativen und mittlerweile aufgegebenen US- und kanadischen Radarstationen in Nordkanada sind ein größeres Umweltproblem als ursprünglich angenommen. Wie der grönländische Rundfunk KNR unter Berufung auf kanadische Medienberichte dieser Tage auf seiner Homepage berichtete, mussten die Behörden das voraussichtliche Ende der Abbruch- und Umweltsanierungsarbeiten von 2008 auf 2013 verschieben.
Als Grund dafür genannt wurden eine wesentlich höhere Belastung der Umwelt durch große Mengen zurückgelassener, hochgiftiger Chemikalien wie Arsen oder Polychlorierte Biphenyle (PCB), wie sie etwa in Funkausrüstungen, Generatoren und für Spezialanstriche verwendet werden. Die USA unterhielten während des Kalten Krieges in der kanadischen Arktis gemeinsam mit den Kanadiern insgesamt 63 Radar-Stationen. Der größere Teil davon lag in der heute autonomen, überwiegend von Inuit bewohnten Region Nunavut (ein Teil der früheren "Nordwest-Territorien").
Die USA gaben das System von Horchstationen (Distant Early Warning Line - DEW) nach Ende des Kalten Krieges 1993 auf. In der Folge kam es zum Streit mit Kanada über die Kosten der Abwicklung. Nach einer Einigung wurde mit dem Abbruch der Einrichtungen zehn Jahre später im Jahr 2003 begonnen. Ein Drittel der verlassenen Posten steht laut dem kanadischen Sender CBC immer noch. Die Nachricht über die Verlängerung der Arbeiten wurde von der ansässigen Bevölkerung einem kanadischen Bericht zufolge mit Freude aufgenommen, da dies auch die Sicherung von Hunderten Arbeitsplätzen für die kommenden sechs Jahre bedeutet.
(apa/red)
