Montag, 6. August 2007

Benedikt ist kein 'Eiliger Vater': Vorgänger Johannes Paul II. ist meist gereister Papst

  • Pastoralreisen nicht Priorität des amtierenden Papstes
  • Johannes Paul besuchte insgesamt 127 Länder

Zwar ist Papst Benedikt XVI. seit seinem Amtsantritt im April 2005 keineswegs davor zurückgescheut, das Wort Gottes auch persönlich ins Ausland zu tragen, doch er sieht Pastoralreisen - nicht zuletzt aufgrund seines bereits fortgeschrittenen Alters - mit Sicherheit nicht mit jener Priorität, die ihnen sein Amtsvorgänger Johannes Paul II. gegeben hatte.

Zwischen seiner Wahl 1978 und seinem Ableben 2005 besuchte Johannes Paul II. mehr Länder als alle Päpste vor ihm, nämlich 127. Dafür unternahm er 104 Auslandsreisen, wobei er Österreich besondere Bedeutung schenkte, indem er das Land gleich dreimal innerhalb von 15 Jahren besuchte, nämlich 1983, 1988 und zuletzt 1998. Einer Einladung zum Mitteleuropäischen Katholikentag im Mai 2004 konnte der damals schon schwer kranke Papst nicht mehr nachkommen.

Daneben absolvierte Johannes Paul II. auch 150 Visiten in Italien, die genau genommen auch als "Auslandsreisen" gezählt werden könnten. Insgesamt legte Karol Wojtyla in seinem Amts als Oberhaupt der katholischen Kirche weit mehr als eine Million Kilometer zurück; das bedeutet er umrundete zu Pastoralzwecken rechnerisch mehr als 30 Mal die Erde.

Höhepunkte waren zweifellos seine neun Visiten in Polen, sowie im Jahr 2000 seine Reise nach Jordanien, ins Westjordanland und nach Israel. Ein Herzenswunsch des "Eiligen Vaters" wären auch Reisen nach China und v.a. Russland gewesen - dies war aber auch regierungs- bzw. kirchenpolitischen Gründen nicht möglich.

(apa/red)

6.8.2007 16:59