Sonntag, 12. August 2007

Mörder von Rabitsch und Koller verurteilt: Hauptangeklagter für 15 Jahre hinter Gitter

  • Dreieinhalb bzw. drei Jahre Haft für zwei Mittäter
  • Touristen gerieten in La Paz in Hände ihrer Mörder

Ein Prozess gegen mehrere Mitglieder jener Bande, die vor rund eineinhalb Jahren die österreichischen Rucksacktouristen Katharina Koller und Peter Kirsten Rabitsch in Bolivien ermordet haben soll, ist in La Paz mit raschen Urteilen zu Ende gegangen. Laut dem österreichischen Außenministeriums, wurde der in diesem Verfahren hauptangeklagte 19-Jährige zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Er hatte bei einer Anhörung im März ausführlich über den Mord ausgesagt und mutmaßliche Mittäter schwer belastet. Er erzählte dem Gericht, dass der Chef der Bande den Mord an Koller und Rabitsch kaltblütig geplant habe. Dieser habe Rabitsch Bänder um den Kopf gewickelt, während der 19-Jährige dessen Füße gehalten habe. Koller soll laut der Aussage des Hauptangeklagten von einem Mittäter erstickt worden sein, während ein anderer verhindert habe, dass sie sich mit den Füßen wehrte.

Dreieinhalb bzw. drei Jahre Haft für Mittäter
Zwei weiterer Mittäter standen vor Gericht. Sie wurden zu dreieinhalb bzw. drei Jahren Haft verurteilt. Die Richtersprüche sind bereits rechtskräftig. Laut dem Außenministerium ist es nach diesem Prozessausgang möglich, dass der Bandenchef nun schon in wenigen Wochen selbst vor Gericht stehen könnte.

Von einer auf Kredit- und Bankomatkartenraub spezialisierten Verbrecherbande, deren Mitglieder sich unter anderem als Polizisten ausgaben, war das junge Paar aus Österreich in Bolivien entführt und schließlich (gemeinsam mit einem spanischen Touristen) umgebracht worden. Zuletzt wurden Katharina Koller und Peter Kirsten Rabitsch am 26. Jänner 2006 im Bus von Copacabana am Titicacasee nach La Paz lebend gesehen. Bei ihrer Ankunft dürften sie in die Hände ihrer Entführer geraten sein.

(apa/red)

12.8.2007 15:13