"Friedens-Jirga" in Afghanistan beendet: Laut Präsident Musharraf "historischer Tag"
- Pakistans Staatschef hielt zum Schluss in Kabul Rede
- Afghanistans Präsident Karzai dankte 650 Delegierten
Pakistans Staatschef Pervez Musharraf hat Afghanistan zu einer verbesserten Zusammenarbeit im Kampf gegen den islamischen Extremismus aufgerufen. Die Gesellschaften beider Länder würden von einer extremistischen Minderheit bedroht, die für "Gewalt und Rückwärtsgewandtheit" stehe, sagte Musharraf in Kabul zum Abschluss einer viertägigen Versammlung von rund 700 Stammesführern und Politikern beider Länder, die über eine Anti-Terror-Strategie im Grenzgebiet beraten hatten. "Wir müssen unsere Gesellschaften aus dieser Gefahr retten und zusammenarbeiten, bis wir Extremismus und Terrorismus besiegen."
Musharraf rief die Teilnehmer in der afghanischen Hauptstadt auf, in Zukunft nicht mehr dem jeweiligen Nachbarland die Schuld an der Gewalt zu geben: "Möge Gott das Misstrauen aus unseren Köpfen und Herzen nehmen und für eine Atmosphäre der Gemeinsamkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit und für Vertrauen sorgen", sagte er und sprach von einem "historischen Tag in den Beziehungen beider Länder".
Er gestand ein, auch Pakistan habe Verantwortung im Kampf gegen die grenzüberschreitende Gewalt der radikalislamischen Taliban. "Unsere Stammesgebiete unterstützen die Taliban, und es ist unsere Verantwortung, das Grenzgebiet zu kontrollieren."
Präsident Hamid Karzai dankte Musharraf
Der afghanische Präsident Hamid Karzai dankte Musharraf und den rund 650 Delegierten, die vier Tage lang in der afghanischen Hauptstadt über den Kampf gegen die Taliban beraten hatten.
Afghanistan und die USA werfen Pakistan vor, nicht entschieden genug gegen radikalislamische Taliban-Kämpfer und Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida vorzugehen, die sich im von Stämmen beherrschten Grenzgebiet zu Afghanistan verborgen halten sollen - vor allem in Nord-Waziristan. Geladene Stammeschefs aus Nord- und Süd-Waziristan sowie die Taliban hatten die Versammlung in Kabul boykottiert.
Zum Abschluss der als "Friedens-Jirga" bezeichneten Versammlung wurde eine gemeinsame Erklärung mit den Ergebnissen an die Teilnehmer verteilt. Darin wird zum Kampf gegen die Terrorismus aufgerufen und ein entschlosseneres Vorgehen gegen Trainingscamps der Extremisten gefordert. Auch soll ein afghanisch-pakistanischer Rat für eine engere bilaterale Zusammenarbeit geschaffen werden.
(apa/red)
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