Putin will groß angelegtes Raketenabwehr-
system bauen: Soll 2015 fertig gestellt sein
- Radarstation nahe St. Petersburg bereits 1. Schritt
- Gegenmaßnahmen gegen geplantes US-Schild
·Raketenschild: NATO macht USA Weg frei
Aber: "Europa darf nicht mehr gespalten werden"
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein großangelegtes Programm zur Modernisierung der Raketenabwehr seines Landes bis 2015 angekündigt. Der Kremlchef ließ sich die Fähigkeiten einer neuartigen Radarstation demonstrieren, wie die Agentur Interfax meldete.
"Das nennen wir eine innovative Weiterentwicklung der Streitkräfte", lobte Putin die Anlage vom Typ "Woronesch" nahe der Stadt St. Petersburg. Sie sei um ein Vielfaches billiger, effektiver und zuverlässiger als ihre Vorläufer.
Putin besichtigte das Frühwarnsystem, während Russland mit den USA über die Stationierung von Teilen eines US-Raketenabwehrsystems in Mitteleuropa streitet. Der Präsident verfolgte in einer Übung, wie die umgerechnet 81 Millionen Euro teure Radaranlage potenziell im Ausland gestartete Raketen verfolgt, die Kurs auf russische Städte nehmen. Putin betonte, die neue Radar-Generation sei mit russischer Technologie entwickelt worden. Eine ähnliche Anlage werde derzeit nahe der Stadt Armawir in Südrussland gebaut.
Im Streit um die US-Raketenabwehrpläne sprach sich ein Abteilungsleiter des US-Außenministeriums am Samstag für eine Integretation der russischen und amerikanischen Vorschläge aus. Die beste Lösung wäre, ein gemeinsames, transparentes System zu schaffen, um die Sicherheit aller Seiten zu verbessern, sagte Daniel Fried nach Angaben der Agentur Interfax am Samstag in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Dafür könnten die amerikanischen Ideen mit der von Russland vorgeschlagenen Nutzung von Radarstationen in Aserbaidschan und Südrussland kombiniert werden.
Die USA wollen zum Schutz gegen mögliche iranische Angriffe zehn Abwehrraketen in Polen und eine Radaranlage in Tschechien stationieren. Russland will dies verhindern. Putin hatte den USA unlängst die gemeinsame Nutzung einer Radaranlage in Aserbaidschan und im Süden Russlands angeboten. Die US-Regierung will dies prüfen, hat aber bereits deutlich gemacht, dass die Vorschläge kein Ersatz für die geplanten Stationierungen in Mitteleuropa sein könnten.
(apa/red)
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