"Müssen Monster aus der Welt schaffen": Afghanen beraten auf der "Friedens-Jirga"
- Präsident Karzai schlägt kämpferischen Ton an
·Rat von Stammes- führern hat begonnen
Taliban riefen zu Boykott des Friedenstreffens auf
·Karzai um "sichere"
Befreiung bemüht
Afghanische Ärzte liefern
Geiseln Medikamente
·Gewalt-Exzesse in Pakistan: 23 Tote!
Instabile Lage seit Sturm auf die Rote Moschee
·Pakistan: Luftangriffe
auf Islamisten-Lager
Laut Armee mindestens 12 Aufständische getötet
·Doch kein Ausnahme-
zustand in Pakistan
Musharraf-Entscheid trotz
instabiler Lage dagegen
·Über 80 Taliban bei
Gefechten getötet
Armee steht für Geisel-
befreiungsaktion bereit
Hunderte Stammesführer aus Afghanistan und Pakistan haben in Kabul ihre Ratsversammlung zur grenzüberschreitenden Gewalt in der Region fortgesetzt. Ein Sprecher der sogenannten Friedens-Jirga sagte, die Beratungen sollten nun andauern und mit einer gemeinsamen Erklärung enden. Zunächst war an diesem Samstag das Ende des Treffens geplant gewesen. Die Ratsversammlung hatte mit einem Aufruf zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus begonnen.
Der afghanische Präsident Hamid Karzai hatte zur Eröffnung des Treffens gesagt, sollten Afghanistan und Pakistan dies zusammen beschließen, wären "dieses Monster (der Terrorismus) und die Unterdrückung morgen aus der Welt geschafft". Die radikal-islamischen Taliban haben zum Boykott der Jirga aufgerufen.
Der pakistanische Premierminister Shaukat Aziz hatte vor einer "Talibanisierung" der Region gewarnt. Er betonte, der Kampf gegen "diese dunklen Kräfte" erfordere gemeinsame Anstrengungen der beiden Nachbarländer. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hatte seine Teilnahme an der Jirga abgesagt.
Zuvor hatten rund 60 pakistanische Delegierte erklärt, sie boykottierten die Versammlung. Sie begründeten das unter anderem damit, dass die Taliban nicht eingeladen wurden. Weitreichende Ergebnisse wurden von dem Treffen, das das erste dieser Art ist, nicht erwartet.
(apa/red)
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