Freitag, 10. August 2007

Großes Aufatmen in England: Doch kein
neuer Fall von Maul- und Klauenseuche

  • Farm außerhalb der Sperrzone ist nicht betroffen
  • PLUS UMFRAGE: Haben Sie Angst vor der Seuche?

Eine dritte Rinderherde, die in England wegen des Verdachts auf Maul- und Klauenseuche getötet worden war, ist nicht mit dem Virus infiziert gewesen. Zuvor hatte die Veterinärbehörde eine neue Sperrzone um den dritten Hof eingerichtet, bei dem der Verdacht auf Infektion mit MKS aufgetreten war.

"Das Ergebnis war negativ", gab der Sprecher der Veterinärbehörde jedoch Entwarnung. Auf zwei weiteren Bauernhöfen in der Grafschaft Surrey in Südengland war zuvor MKS festgestellt worden. Der Erreger stammt wahrscheinlich aus einem nahe gelegenen Forschungslabor.

Nachgewiesen wurde die Krankheit bisher auf zwei Höfen, um die ein Sperrgebiet von zehn Kilometern errichtet wurde. Ein dritter Fall aus derselben Zone war noch nicht bestätigt. Mehr als 570 Stück Vieh wurden bisher geschlachtet.

Reynolds bekräftigte zudem den Verdacht gegen zwei tiermedizinische Labors im Sperrgebiet, Quelle des Erregers zu sein. Dies sei sehr wahrscheinlich, sagte sie bei einer Pressekonferenz. Die Forschungsinstitute haben ausgeschlossen, dass der Erreger wegen Mängel in ihren Sicherheitsvorkehrungen entwichen sei. Das bei den befallenen Tieren gefundene Virus stimmt jedoch mit dem Erreger überein, der in den Laboren zur Herstellung von Impfstoffen verwendet wird. Die Institute - ein privates und ein amtliches - sind direkt benachbart und liegen nur acht Kilometer von dem ersten befallenen Hof entfernt. Ihre Sicherheitsvorkehrungen werden derzeit von unabhängigen Experten überprüft.

Das Virus verbreitet sich durch die Luft und gilt deswegen als besonders gefährlich. Bei einem großen Ausbruch der Seuche 2001 mussten britische Bauern mehr als sechs Millionen Tiere keulen. Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr.

Der neue, nicht bestätigte Verdachtsfall ist kurz nach dem Aufheben eines fünftägigen Transportverbots für Schlachtvieh in ganz Großbritannien aufgetreten. Die EU hat ein Exportverbot für britische Fleisch- und Milchprodukte sowie Vieh erlassen, das noch mindestens bis zum 23. August in Kraft bleiben dürfte. Großbritanniens Viehwirtschaft exportiert jährlich Fleisch im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar.

(apa/red)

10.8.2007 16:22