Hinweise auf Annäherungsversuche Hamas-
Fatah: Haniyeh ist zu Amtsverzicht bereit
- Abgesetzter Präsident will dafür nationalen Dialog
- Fatah verlangt Machtübergabe am Gaza-Streifen
·Nahost-Konflikt: Rice drängt auf Fortschritte
US-Außenministerin traf
Palästina-Präsident Abbas
·Abbas schließt Dialog
mit Hamas derzeit aus
"Es wird keine Gespräche
mit 'Putschisten' geben!"
Im innerpalästinensischen Konflikt deuten sich Hinweise auf Annäherungsversuche zwischen den verfeindeten Organisationen Hamas und Fatah an. Der von Präsident Mahmoud Abbas, der auch Fatah-Chef ist, abgesetzte Hamas-Premier Ismail Haniyeh hat seine Bereitschaft zum Amtsverzicht erklärt, "wenn dieser Posten der Preis für einen nationalen Dialog ist".
Der Fatah-Fraktionschef im stillgelegten Parlament, Azzam al-Ahmed, forderte in Ramallah von der Hamas "das Ende des Putsches" im Gaza-Streifen und die Machtübergabe an Abbas, der im Westjordanland ein Notstandskabinett mit Salam Fayyad als Premier eingesetzt hat.
Abbas, der in Alexandria mit Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak zusammentraf, sagte auf einer Pressekonferenz, was die Hamas mit ihrer vollständigen Machtübernahme im Gaza-Streifen im Juni gewaltsam getan habe, sei eine "destruktive Operation, die nur denen geholfen hat, die keinen unabhängigen palästinensischen Staat wollen". "Wenn Hamas den Dialog will, muss sie das rückgängig machen", betonte der Präsident. Hamas und Fatah führen derzeit nach Angaben aus dem Hamas-Umfeld auf Initiative arabischer Staaten Geheimgespräche.
Haniyeh hatte vor Journalisten in Gaza erklärt, die blutige Machtübernahme der Hamas im Gaza-Streifen mit mehr als hundert Toten sei nur als "vorübergehende Erscheinung" zu bewerten. Sowohl Hamas als auch Fatah seien "zentrale Säulen jedweder politischer Ordnung in Palästina".
Abbas hatte sich nach seinem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert in Jericho optimistisch über die künftige Gestaltung des Friedensprozesses gezeigt. Viele Probleme, die den Alltag des palästinensischen Volkes beträfen, könnten gelöst werden. Im Mittelpunkt der Konsultationen von Abbas und Mubarak sollte am Mittwoch die Initiative von US-Präsident George W. Bush stehen, im Herbst eine Nahost-Konferenz einzuberufen.
In der Nähe eines Hamas-Gebäudes in Gaza ist ein Sprengsatz explodiert. Bei der Detonation wurde nach Zeugenangaben niemand verletzt, Schäden gab es keine. Der Sprengsatz war in einem Abfallkübel nahe des Hauptquartiers einer paramilitärischen Einheit der Hamas platziert. Es war der erste Zwischenfall dieser Art, seit die Organisation Mitte Juni die alleinige Macht im Gaza-Streifen übernahm.
Israelische Soldaten haben am Grenzzaun zum Gaza-Streifen zwei bewaffnete Palästinenser erschossen. Ein israelischer Militärsprecher sagte, die Soldaten hätten beobachtet, wie die beiden Männer sich der Grenzanlage beim Grenzübergang Karni näherten und das Feuer eröffnet. Bei einem anschließenden Schusswechsel seien die Palästinenser getötet worden. Die Hamas erklärte, bei den Getöteten handle es sich um zwei ihrer Mitglieder.
(apa/red)
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