Verheerender Tropensturm in Vietnam: Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben
- 50.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen
- Weite Teile Asiens von Sturm und Regen heimgesucht

Das Wetter in weiten Teilen Asiens kommt nicht zur Ruhe: Tropische Stürme und heftige Regenfälle führten erneut zu schweren Verwüstungen. In Vietnam starben nach Behördenangaben bei Überschwemmungen mindestens 30 Menschen. In China bereiteten sich die Menschen auf neue Unwetter vor.
In Indien, Bangladesch und Nepal versuchten die Behörden weiterhin verzweifelt, Hilfe zu den Überlebenden der schweren Unwetter der vergangenen Tage zu bringen. Rund 28 Millionen Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, erklärten die Vereinten Nationen. Millionen Menschen seien ohne Nahrung und fließendes Wasser.
Von den Fluten in Vietnam waren mehr als 49.000 Menschen und 65.000 Hektar Ackerland betroffen. Besonders die Provinz Dak Lak in der Landesmitte litt unter den Unwettern. Dort starben elf Menschen, neun weitere wurden zunächst noch vermisst. In der angrenzenden Provinz Ha Tinh kamen sechs Menschen ums Leben, wie ein Mitglied des Komitees zum Kampf gegen Überschwemmungen sagte. Mehrere Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom und Telefon. Armee und Polizei waren unterwegs, um Nahrung, Medikamente und Kleidung zu den Flutopfern zu schicken.
Auch in Südasien arbeiteten Hilfsorganisationen und Rettungsmannschaften fieberhaft an der Versorgung der von den Unwettern Betroffenen. Durch die Monsunregen kamen in Indien seit dem 1. Juni 1428 Menschen ums Leben, in Bangladesch 328. In den Krankenhäusern von Bangladesch wurden inzwischen mehr als 18.000 Menschen mit schlimmen Durchfall eingeliefert, sie hatten offenbar verschmutztes Wasser getrunken.
Millionen Menschen mussten ihre Häuser aufgeben und stehen nun ohne Hab und Gut und Nahrung da. Internationale Hilfsorganisationen baten dringend um Spenden für die Flutopfer. "Überall in der Region kämpfen Menschen mit den schwersten Überschwemmungen seit Menschengedenken", sagte Ashvin Dayal vom Südasien-Büro von Oxfam. "Millionen der Ärmsten der Armen haben ihre Unterkünfte verloren und alles, was sie besaßen."
Das chinesische Wetteramt warnte vor zwei tropischen Stürmen, die sich vor der Südostküste des Landes zusammenbrauten. Mehr als 20.000 Menschen wurden in der Provinz Fujian evakuiert, 50.000 Schiffe und Boote vom Meer zurück ans Land beordert. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor möglichen Erdrutschen und riefen die Bevölkerung auf, lieber in den Häusern zu bleiben. Bereits im Juli waren nach Behördenangaben vom Mittwoch mindestens 712 Menschen durch Überschwemmungen, Erdutsche und Dürre in China gestorben; 239 Menschen galten offiziell als vermisst.
Vor allem der Sturm "Pabuk" bereitete den Meteorologen Sorgen. Er war bereits über Süd-Taiwan gezogen und hatte dort zu Verkehrschaos und Stromausfällen geführt. Mehr als 50.000 Haushalte waren zunächst ohne Strom. Mehrere Flüge mussten gestrichen werden. Taiwan kam nach Ansicht von Experten deshalb glimpflich davon, weil das Sturmzentrum südlich des Inselstaates lag. China liegt allerdings voll in der Gefahrenzone.
(apa/red)
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