Mittwoch, 8. August 2007

Hoffnung auf Stabilisierung: Nord- und Südkorea vereinbaren neues Gipfeltreffen

  • Meeting der Staatschefs Ende August in Pjöngjang
  • "Beginn einer Ära des Friedens und Wohlstands"

Zum zweiten Mal seit der Teilung der ostasiatischen Halbinsel nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Führer von Nord- und Südkorea Ende des Monats zusammentreffen. Die Begegnung des nordkoreanischen Partei- und Armeechefs Kim Jong Il mit dem südkoreanischen Staatspräsidenten Roh Moo Hyun wird vom 28. bis 30. August in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang stattfinden, wie in Seoul verlautbart wurde.

Mit dem ersten Korea-Gipfel hatte der Süden im Juni 2000 die "Sonnenschein-Politik" zur schrittweisen Versöhnung eingeleitet. Damals war Rohs Amtsvorgänger Kim Dae Jung nach Pjöngjang gereist. Für seinen Aussöhnungskurs wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Kim Jong Il, der aus Respekt für seinen verstorbenen Vater Kim Il Sung nicht den Präsidententitel führt, versprach 2000 einen Gegenbesuch in Seoul. Für das nunmehr vereinbarte Treffen schlug der Norden aber erneut Pjöngjang vor.

Die Zusammenkunft solle dazu beitragen, "die innerkoreanischen Beziehungen zu normalisieren, die wegen der nordkoreanischen Atomfrage festgefahren waren", sagte Roh nach Angaben seines Sprechers Cheon Ho Sun. Außerdem werde das Treffen dazu dienen, die Beziehungen Nordkoreas zur internationalen Gemeinschaft zu verbessern. Das Zustandekommen des Gipfels ist Ergebnis der jüngsten Fortschritte bei der Entschärfung des Atomkonflikts mit Nordkorea. Pjöngjang hat vor einem Monat den Reaktor Yongbyon stillgelegt, um im Gegenzug Öllieferungen und Energiehilfe aus Südkorea zu erhalten.

Regierungssprecher der USA und Chinas haben den geplanten Gipfel begrüßt. China unterstütze alle Beiträge zur Schaffung von Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien und wünsche sich die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Nord- und Südkorea durch Dialog, erklärte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums. Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) gibt es nur einen Waffenstillstand, aber noch keinen Friedensvertrag. Der Versöhnungskurs des Jahres 2000 ermöglichte die Vereinbarung von konkreten Projekten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Zusammenführung von getrennten Familien. 2002 setzte jedoch eine Abkühlung ein, als Nordkorea sein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen forcierte.

Die Bekanntgabe des Gipfels fiel mit einer neuen Runde der Sechs-Staaten-Gespräche zusammen, die erstmals in Panmunjom an der Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stattfanden. Dabei ging es um technische Details künftiger Hilfeleistungen an Nordkorea im Gegenzug zur atomaren Abrüstung. Der Norden stimmte nach Angaben der südkoreanischen Delegation zu, diesen Prozess zu beschleunigen. An den Sechsergesprächen sind die beiden koreanischen Staaten sowie die USA, China, Japan und Russland beteiligt.

Der 61-jährige Roh, dessen Amtszeit im Februar 2008 endet, sieht sich innenpolitisch mit Widerstand gegen den Aussöhnungskurs konfrontiert. Die oppositionelle Große Nationalpartei erklärte am Mittwoch, die Erwartungen an das Gipfeltreffen seien minimal. Sie unterstellte der Regierung politisches Taktieren, um die Präsidentenwahl im Dezember zu beeinflussen. Der Sicherheitsberater Rohs, Baek Jong Chun, wies die Kritik zurück. Die Position der Regierung sei es immer gewesen, dass ein neues Gipfeltreffen mit Nordkorea zu jeder Zeit an jedem Ort abgehalten werden könne. Das habe nichts mit innenpolitischen Erwägungen zu tun.

(apa/red)

8.8.2007 12:24