Montag, 6. August 2007

Afghanischer Präsident demonstriert Härte:
Kein Nachgeben bei Taliban-Forderungen

  • Amtskollegen-Treffen: Karzai & Bush in Camp David
  • Taliban fordern Freilassung inhaftierter Islamisten

Fast drei Wochen nach der Entführung einer Gruppe Südkoreaner in Afghanistan hat ein Diplomat mit einer der Geiseln am Telefon gesprochen, wie ein Behördensprecher in Seoul mitteilte.

In der Krise um Geiseln aus Deutschland und Südkorea hat der afghanische Präsident Hamid Karzai erneut Härte demonstriert. "Wir werden nichts tun, was zu Geiselnahmen ermuntert, aber wir werden alles andere tun, um sie freizubekommen", sagte Karzai dem Fernsehsender CNN. Der afghanische Präsident war zuvor zu Gesprächen mit seinem US-Kollegen George W. Bush in Camp David eingetroffen. Karzai lehnt die Forderung der Taliban ab, inhaftierte Islamisten im Austausch für 21 entführte Südkoreaner freizulassen.

Die Bemühungen um die Freilassung der Koreaner gerieten inzwischen ins Stocken. Die Taliban und eine südkoreanische Abordnung konnten sich bisher nicht auf einen Ort für direkte Gespräche verständigen. Die Islamisten hatten 23 christliche Aufbauhelfer vor fast drei Wochen im Süden Afghanistans verschleppt und zwei von ihnen erschossen. Die Taliban drohen mit der Ermordung der restlichen Geiseln, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Am Samstag war es Vertretern des südostasiatischen Landes erstmals gelungen, Kontakt mit einer der Geiseln aufzunehmen, wie ein Regierungsvertreter am Montag in Seoul mitteilte.

Eine der südkoreanischen Geiseln in Afghanistan bat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon um Hilfe. Die 32-jährige Krankenschwester Lim Hyun-Joo sagte dem Radiosender "Voice of America", sie und die anderen 20 von den Taliban Verschleppten kämpften jeden Tag erneut ums Überleben. "Wir sind alle unschuldig. Wir sind hierher gekommen, um den Leuten zu helfen, aber jetzt sind wir alle krank... Bitte retten Sie uns, wir wollen nicht sterben." (apa/red)

6.8.2007 11:52