Freitag, 10. August 2007

Technischer Defekt bei Rax-Seilbahn: Touristen in 30m Höhe aus Gondeln gerettet

  • Womöglich gilt Seilbahnüberschlag als Ursache
  • 70 Menschen vorerst noch auf der Bergstation

Ein technisches Gebrechen hat die Raxseilbahn im Gemeindegebiet von Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) lahmgelegt. Insgesamt 14 Passagiere wurden aus zwei Gondeln aus 25 bis 30 Metern Höhe unverletzt gerettet, so die Angaben der NÖ Rettungsleitstelle LEBIG. Die Insassen wurden abgeseilt. Etwa 70 Menschen befanden sich gegen Abend noch auf der Bergstation, sie mussten ins Tal gebracht werden.

Zur Ursache des Zwischenfalls sagte Hans Hirschler, Gebietsleiter der Bergrettung NÖ Süd, der APA, dass womöglich ein Seilüberschlag vorgelegen habe. Dabei hätte sich das Zugseil und das Drahtseil überschlagen, so Hirschler. Die Rettung der Insassen sei problemlos verlaufen. Der Vorgang dauerte rund drei Minuten pro Person. Jeder Fahrgast wurde dabei einzeln vom Schaffner an Bord festgeschnallt und abgeseilt. Das dazu nötige Equipment befindet sich von vornherein in den Gondeln. Die Schaffner seien "sehr gut für so einen Fall geschult", betonte Hirschler. Zweimal pro Jahr werde dies trainiert.

Auch ein Hund musste aus der Gondel gerettet werden. Für den Vierbeiner wurde spezielles Abseilgerät herangeschafft, berichtete LEBIG-Sprecher Stefan Spielbichler.

Die Passagiere wurden von den Einsatzkräften in Empfang genommen, nachdem sie den Boden - laut Hirschler "schroffes Gelände" - erreicht hatten. Bergretter und Feuerwehrkräfte begleiteten die Geretteten danach zu Fuß ins Tal. Gegen 16.00 Uhr befanden sich noch rund 70 Personen auf der Bergstation, die auf einen Transport ins Tal warteten. Ein Mann mit Hüftproblemen wurde vom Notarzthubschrauber Christophorus 3 befördert.

Die Aufstiegshilfe zur Raxalpe im Gemeindegebiet von Reichenau a.d. Rax wurde am 9. Juni 1926 eröffnet. Den Angaben der Betreiber zu Folge gelange man "mühelos in acht Minuten auf 1.545 Meter Seehöhe". Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges seien die höchsten Besucherzahlen, bis zu 240.000 beförderte Personen pro Jahr, erzielt worden.

(apa/red)

10.8.2007 19:06