H.C. Strache im FORMAT-Sommergespräch:
"Waffen-SSler nicht pauschal verurteilen!"
- FP-Chef über seine Sympathie für Sonnwendfeiern
- Strache in gewohntem Ton über rigorose Asylpolitik

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache über sein Lieblingsthema kriminelle Ausländer, sein Vorbild Jörg Haider und die Nächstenliebe bei Sonnwendfeiern.
FORMAT: Herr Strache, gleich zu Ihrem Lieblingsthema. In Bruck an der Mur lebt seit 1999 eine nigerianische Flüchtlingsfamilie. Die Kinder, in Österreich geboren, sind österreichische Staatsbürger, die Eltern nicht. Ihr Status ist nach acht Jahren noch immer unklar. Ihnen droht die Abschiebung. Finden Sie das in Ordnung?
Strache: Ich kann Ihnen viele Beispiele aufzählen von Menschen, die in Österreich leben, Asyl beantragt haben, vorbestraft sind, bis heute nicht abgeschoben wurden, sich weiter im Land aufhalten, die Förderungen erhalten, österreichische Steuergelder, und die...
FORMAT: Bleiben wir bei dem Fall in Bruck an der Mur. Die Familie ist voll integriert, der Vater ist Molekularbiologe, beide Eltern arbeiten. Abschieben?
Strache: Es ist immer das Gleiche. Jedes Mal, wenn so ein Fall auftaucht, beginnen die Politiker von ÖVP und SPÖ, die in der Ausländerpolitik jahrelang untätig gewesen sind und plötzlich entlarvt werden, die Öffentlichkeit zu manipulieren. Aber jahrelang haben sie zugesehen bei dieser Situation, dass straffällige Asylwerber in unserem Land bleiben können, und sie ändern das nicht, und ich
FORMAT: Das klingt ziemlich nach Ihrem großen Vorbild Jörg Haider, der in den Neunzigerjahren auch immer heftig polemisiert hat und sich dann aber nie mit Einzelfällen aufhalten wollte. Was haben Sie eigentlich sonst noch von Haider gelernt?
Strache: Das ist eine gute Frage. Jörg Haider ist für mich definitiv kein Vorbild. Mein politischer Ziehvater war immer der ehemalige Wiener FPÖ-Chef Rainer Pawkowicz. Von dem habe ich Politik gelernt. Mit Haider hatte ich eigentlich in meiner politischen Tätigkeit nie wirklich zu tun.
FORMAT: Eine Frage an den Experten: Wenn Jörg Haider bei derartigen Veranstaltungen war, egal ob bei einer Sonnwendfeier oder vor SS-Veteranen in Krumpendorf - war er dann authentisch?
Strache: Also ich hatte den Eindruck, dass ein Doktor Haider in seiner Aufstiegsphase authentisch war. Was es war, das ihn veranlasst hat, seinem eigenen Weg untreu zu werden, das kann ich nicht beurteilen, aber dass es dann so war, das liegt auf der Hand.
FORMAT: Und sind Sie jetzt für diese Personengruppen der würdige Nachfolger des authentischen Haider?
Strache: Es geht hier nicht darum, einer Person nachzufolgen. Ich stehe zu Inhalten und zu einer Weltanschauung, während der Herr Haider zum Herrn Haider steht. Er handelt nur zum Vorteil der Person Haider. Ich als HC Strache mache das, was ich mache, aber nicht für den HC Strache, sondern ich mache das für die Bürger in diesem Land.
FORMAT Und diese Bürger, für die Sie eintreten, können auch bei der SS gewesen sein?
Strache: Na selbstverständlich, warum denn nicht? Ich werde nie zulassen, dass man eine Generation oder auch Mitglieder der Waffen-SS pauschal verurteilt, wie das oft passiert. Und ich lasse auch nicht zu, dass man versucht, eine Generation als Kriegsverbrecher zu dif-famieren. Dagegen verwahre ich mich. Nicht jeder Kriegsteilnehmer hat ein Verbrechen begangen. Und es war auch nicht automatisch jedes Mitglied der Waffen-SS ein Verbrecher.
Lesen Sie das ganze Interview mit Heinz-Christian Strache in der aktuellen FORMAT-Ausgabe (32/07)!
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