Was steckt hinter Westenthaler-Ansagen? Experte hält politisches Kalkül für möglich
- Rücktrittsdrohung könnte strategische Gründe haben
- Filzmaier: Klage über Polit-Niveaulosigkeit "bizarr"

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Die Rücktrittsdrohungen von BZÖ-Chef Peter Westenthaler können laut dem Politologen Peter Filzmaier mehrere Gründe haben. Wenn die Ankündigung nicht aus einer "menschlichen Emotion heraus" entstanden ist, dann handele es sich um Strategie. Denn mit einer Rücktrittsforderung wolle man ja etwas erreichen - entweder nach außen oder nach innen, sagte Filzmaier. Ziel könne nach außen etwa Medienpräsenz sein, nach innen die Durchsetzung in einem innerparteilichen Konflikt. Die Begründung Westenthalers, die Politik sei zu niveaulos, bezeichnete Filzmaier als "bizarr".
Nach außen könne das Ziel nur Medienpräsenz sein, in diesem Falle wäre die Drohung ein "gelungener Trailer für die anstehenden ORF-Sommergespräche", bei welchen Westenthaler den Auftakt macht. Nach innen könnte der BZÖ-Chef mit seinen Drohungen bezwecken, sich in einem allfälligen internen Konflikt, etwa gegen den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider oder gegen den eigenen Klub durchzusetzen.
Allerdings berge diese Strategie die Gefahr eines "Abnützungseffektes", so Filzmaier. Denn wenn sich Westenthaler jetzt nicht durchsetzt, dann habe er keine weiteren Mittel - die "ultimative Drohung" habe er ja bereits ausgesprochen. Dass es bisher keine Reaktionen seitens Haiders gegeben hat, stärkt laut Filzmaier das Indiz, dass es hier Konflikte gibt. In Sachfragen, konkret der Bildungspolitik, hat dies Westenthaler ja bereits selbst bestätigt.
Westenthaler offizielle Begründung für seine Rücktrittsgedanken, die Politik sei ihm zu niveaulos, verwundert Filzmaier. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, meinte er. Die Empörung des BZÖ-Chefs über Niveaulosigkeit sei ein bischen so, "als würde sich Mike Tyson über die Brutalität im Boxsport beschweren", wiederholte Filzmaier seinen bereits in der ORF-"ZiB24" gezogenen Vergleich.
(apa/red)
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