Anklage gegen junge Obersteirer: Planten Vergewaltigung und Tötung eines Mädchens
- Anklage betrifft nur 16- und 19-jährigen Burschen
- 3. soll in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher
Jene drei jungen Obersteirer, die im Juli die Vergewaltigung und Tötung eines Mädchens geplant und auch andere Delikte begangen haben sollen, müssen sich demnächst vor Gericht verantworten. Gegen zwei der Burschen, den 16- und den 19-Jährigen, brachte die Staatsanwaltschaft Leoben Anklage wegen verbrecherischen Komplotts ein, bestätigte Richterin Barbara Kales, Sprecherin des Landes- und Bezirksgerichts Leoben. Die Hauptverhandlung sei bereits für den 22. August angesetzt.
"Die Anklage wurde bereits der zuständigen Jugendrichterin zugewiesen", so Kales. Der Vorwurf des verbrecherischen Komplotts betreffe den 16- und den 19-Jährigen. Dem Jüngsten, einem 15-Jährigen, käme die "tätliche Reue" zugute, erklärte Kales im APA-Gespräch. Nach der Aussage des Burschen war der Fall aufgedeckt worden. Bei ihm wurde Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gestellt. Laut einem Sachverständigen-Gutachten sei bei allen drei Burschen von psychischen Störungen auszugehen; beim Jüngsten sei diese offenbar am stärksten ausgeprägt.
Ausschlaggebend für den Strafrahmen der Burschen sei aber nicht der Vorwurf des verbrecherischen Komplotts, sondern des gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls, der bei allen Dreien vorliege, so die Richterin. Aus diesem Grunde sei auch ein Schöffengericht zuständig und nicht, wie beim verbrecherischen Komplott, ein Einzelrichter.
Mit Vogel Fußball gespielt
Der 15- und der 19-Jährige sind auch wegen Tierquälerei angeklagt: Sie sollen mit einem Vogel Fußball gespielt und andere angezündet haben. Weiters sollen die beiden Burschen gegen das Suchtmittelgesetz verstoßen haben.
Aufsehen erregt hatte Anfang Juli das offenbare Vorhaben der drei Burschen, eine zufällig vorbeikommende junge Frau zuerst zu vergewaltigen, dann mit einem Küchenmesser zu töten und in die Mur zu werfen. Die Idee sollen die Obersteirer aus Horrorfilmen gehabt haben: Sie bezeichneten sich selbst als "horrorgeil" und wollten "einfach das Sterben eines Menschen beobachten". Die Burschen hatten ihr Vorhaben dann wegen "ungünstiger Umstände" verschoben. Zuerst sollen sie überhaupt geplant haben, einen Kriminalisten zu ermorden. Das dürfte den Dreien dann aber zu riskant erschienen sein.
(apa/red)
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