Sonntag, 5. August 2007

Unglückliche Musterschüler Autohändler: Rabattschlachten mindern die Einnahmen

  • Neuwagengeschäft bei kleinen Händlern unrentabel
  • FORMAT über Probleme der heimischen Branche

Bei Autokäufern stellt sich fast schon Mitleid ein, wenn die Händler beim Feilschen um den Preis die Hosen gleich bis zu den Knöcheln hinunterlassen. Doch die Branche hat gar keine andere Wahl, als sich in eine hemmungslose Rabattschlacht zu werfen.

Denn die Autobauer produzieren seit Jahren viel zu viele Fahrzeuge. Trotz stagnierender bis leicht schrumpfender Märkte wollen sie die Volumina auch in Zukunft auf gleichem Niveau halten. Schließlich rechnen VW, Renault, Ford oder General Motors mit Absatzsteigerungen in China, Indien und Russland, für die sie ihre Produktionskapazitäten noch dringend brauchen könnten.

China-Marken
Neu entstehende Mitbewerber wie etwa China-Marken könnten ihnen diesen zusätzlichen Umsatzkuchen wieder abjagen. Ob der Plan aufgeht, steht schon deshalb noch in den Sternen. Nur eines ist fix: Vorerst zahlen die Händler die Rechnung für diese Beharrungsstrategie. Sie müssen die Überschüsse zu Dumpingpreisen in den Markt pressen. Vor allem kleineren Betrieben setzt das zu.

Die gute Nachricht
Die Unternehmensberatung Horváth & Partners hat trotz dieses düsteren Hintergrunds nun auch eine gute Nachricht für die österreichischen Autohändler. Laut einer Studie mit dem Titel "Automotive Retail Performance 2007" über die Branchenbefindlichkeit liegt ihre durchschnittliche Rendite immer noch höher als die ihrer deutschen und schweizerischen Kollegen. Eine Mehrheit von 53 Prozent schafft hierzulande 1 bis 2 Prozent Umsatzrendite. In den beiden Nachbarländern kommen nur 40 Prozent auf diesen langfristig existenzsichernden Wert.

Primus Porsche Austria
Größter Importeur ist die in Salzburg ansässige Porsche Austria (VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche, Bentley). Über die Renditen der Markenhändler innerhalb der straff organisierten Vertriebsorganisation gibt es keine offiziellen Angaben, doch Branchenexperten schätzen sie auf respektable 1,5 bis knapp 2 Prozent.

Weshalb Konzernsprecher Hermann Becker die Studienergebnisse für die Hausmarken bestätigt. "Anders als in Deutschland haben wir beim Vertrieb immer darauf geachtet, dass die Lebensräume unserer Vertragshändler groß genug sind." Das verhindert eine wechselseitige Kannibalisierung der Betriebe.

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5.8.2007 09:44