Mittwoch, 1. August 2007

Stockholm führt ab sofort die City-Maut ein: Fahrten ins Zentrum kosten bis zu 2,20 Euro

  • City-Maut in anderen Städten schon länger etabliert
  • UMFRAGE: Ist die Maßnahme auch bei uns sinnvoll?

Stockholmer Autofahrer müssen ab sofort Mautgebühren für alle Fahrten in die Innenstadt entrichten. An Werktagen zwischen 6.30 Uhr und 18.29 Uhr werden beim Passieren der Mautstationen zehn bis 20 Kronen (1,10 bis 2,20 Euro) fällig. Kostenfrei bleiben Fahrten in die City an Samstagen und Sonntagen. Ganz von der Maut befreit bleiben unter anderem Autos mit ausländischen Kennzeichen.

Die Bevölkerung der schwedischen Hauptstadt hatte sich bei einem Referendum im vergangenen September mit Mehrheit für die dauerhafte Einführung der Maut ausgesprochen. Bei einer siebenmonatigen Versuchsperiode ab Anfang 2006 verminderte sich der Verkehr auf den überlasteten Straßen in der City um fast ein Viertel. Dadurch verbesserte sich auch die Qualität der Luft spürbar. Das öffentliche Nahverkehrssystem in Stockholm wurde stark erweitert, um Autofahrern das Umsteigen auf Busse und Bahn zu erleichtern.

Städte mit City-Maut
Nicht nur in Stockholm werden Autofahrer auf dem Weg ins Stadtzentrum zur Kasse gebeten. Mehrere Metropolen - vor allem in Europa - lassen sich die Autofahrt in die City bereits bezahlen, andere Städte wie Brüssel und New York verfolgen entsprechende Pläne.

Norwegen
Bereits 1990 führte die Hauptstadt Oslo eine City-Maut ein. Für Autos fallen pro Fahrt in die Stadt 20 Kronen (2,50 Euro) an, für Lastwagen das Doppelte. Die Einnahmen werden für den Straßenbau verwendet. Als erste Stadt Europas ließ Bergen, Norwegens zweitgrößte Stadt, von 1986 an seine Autofahrer zahlen.

Großbritannien
Wer von Montag bis Freitag zwischen 7.00 Uhr und 18.30 Uhr ins Londoner Zentrum fahren will, wird seit 2003 zur Kasse gebeten. Die Stadtväter erhöhten die Gebühr im vergangenen Februar auf acht Pfund (knapp zwölf Euro). Der Verkehr ging zunächst wie geplant um 15 bis 20 Prozent zurück. Im vergangenen Jahr gab es nach vorläufigen Schätzungen jedoch nur noch acht Prozent weniger Staus als vor Einführung der Maut.

Italien
Im historischen Zentrum Roms gilt von Montag bis Freitag ein komplettes Fahrverbot für Privatleute. Nur Taxis, Busse, Lieferanten und Besitzer einer entsprechenden Genehmigung (360 Euro pro Jahr) dürfen hinein. Auch Bologna hat seine Altstadt gesperrt. Die norditalienische Wirtschaftsmetropole Mailand will die Maut im Herbst einführen. Die Gebühr soll dann je nach Umweltbelastung bis zu zehn Euro pro Tag betragen, Elektroautos und besonders abgasarme Fahrzeuge sind ausgenommen.

Singapur
Im Kampf gegen den Stau hatte der Stadtstaat schon 1965 eine Maut eingeführt. Die Preise variieren nach Fahrzeug, Strecke und Tageszeit. Für Personenwagen müssen umgerechnet zwischen 25 Cent und 1,80 Euro gezahlt werden. (APA/red)

1.8.2007 12:27