Montag, 30. Juli 2007

Jedes 6. Kfz in Tschechien eventuell geklaut: Bis zu 450.000 Autos könnten betroffen sein

  • Skoda am beliebtesten, es folgen VW, Fiat und Audi
  • Wagen werden zerlegt und die Einzelteile verkauft

Jedes sechste Auto in Tschechien kann gestohlen sein oder hat zumindest entwendete Ersatzteile eingebaut. Dies meint die tschechische Firma Cebia, die die Vergangenheit von Autos unter die Lupe nimmt. Insgesamt soll es sich dabei um bis zu 450.000 Kfz handeln.

"Jährlich überprüfen wir etwa 240.000 Fahrzeuge und 16 Prozent sind so beschaffen, dass ich sie nicht kaufen würde", meinte der Chef von Cebia, Martin Pajer, gegenüber der Tageszeitung "Lidove noviny". Unter den gestohlenen Autos führen die Wagen der Marke Skoda, es folgen Volkswagen, Fiat und Audi.

Ausschlachten
In Tschechien sind viele Diebesbanden tätig. Ihre Struktur hat sich aber in den vergangenen Jahren geändert. Früher waren es vor allem albanische und russischsprachige Mafiosi, während heute diese "Geschäfte" vor allem in den Händen Einheimischer liegen. Die Autos enden zumeist auf Schrottplätzen, wo sie demontiert und die Bestandteile einzeln verkauft werden.

Einen Mercedes bitte
Laut Polizei wurden 2006 in Tschechien über 20.000 Pkw gestohlen. Wieder aufgetaucht sind jedoch lediglich 15 Prozent. Oft werden die Autos auch "auf Bestellung" entwendet. Wenn etwa jemand ein Wrack im Ausland kauft und gleichzeitig ein entsprechendes Fahrzeug "ordert". Der gestohlene Wagen wird dann mit Hilfe der Papiere "legalisiert", die vom Wrack stammen. (APA/red)

30.7.2007 12:26