Montag, 6. August 2007

Aufklärung nach Genital-Tumortherapie: Frauen wollen reden, Ärzte tun es aber nicht

  • Tabusierung mit Auswirkungen auf die Lebensqualität
  • 3 von 4 Frauen möchten über Sexualität sprechen

Wird bei Frauen ein Tumor im Genitalbereich festgestellt, sprechen die meisten Ärzte nicht über die mit der Therapie verbundenen Folgen für das Sexualleben. In einer amerikanischen Studie zeigten sich die Patientinnen nach überstandener Erkrankung zwar zufrieden mit der Qualität der medizinischen Behandlung. Sie bemängelten aber die Aufklärung über die damit verbundenen Konsequenzen für die Sexualität.

Die Mediziner der Universität Chicago befragten 162 Frauen, bei denen vor über 20 Jahren ein Tumor der Scheide oder am Gebärmutterhals diagnostiziert worden war. Drei von vier Frauen hielten es für wichtig, dass der Arzt über Sexualität sprechen sollte. Aber bei 62 Prozent der Befragten hatte der Mediziner das Thema gemieden.

Hohes Risiko für sexuelle Probleme
Diese Tabuisierung hatte deutliche Auswirkungen auf die spätere Lebensqualität: Frauen, bei denen das Thema Sexualität nicht angesprochen wurde, hatten später ein dreifach höheres Risiko für komplexe sexuelle Probleme als diejenigen Teilnehmerinnen, mit denen der Arzt das Thema erörterte.

Beschwerden und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Die Studie zeigte laut der Zeitschrift "Gynecologic Oncology", dass die Patientinnen später ebenso oft verheiratet und sexuell aktiv waren wie andere Frauen gleichen Alters. Die Wahrscheinlichkeit für Beschwerden beim Sex - darunter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, verringerte Schleimbildung oder Inkontinenz - war aber im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen vervierfacht. (APA/red)

6.8.2007 13:06