Freitag, 3. August 2007

Cholesterinzähler in Alarmbereitschaft: Zu
niedrige Werte sollen Krebsrisiko erhöhen

  • Studien mit mehr als 41.000 Patienten ausgewertet
  • Niedrige LDL-Werte erhöhen das Risiko von Tumoren

Der Nutzen von Statinen zum Schutz vor Herzkreislauf-Erkrankungen ist zweifelsfrei erwiesen. Offen ist die Frage, wie stark man den Cholesterinspiegel senken sollte. Die US-Richtlinien empfehlen vor allem für Menschen mit erhöhtem Herzrisiko, den Blutfettwert deutlich zu reduzieren. Nun deutet eine Studie darauf hin, dass geringe Cholesterinwerte mit einem leicht höheren Krebsrisiko einhergehen.

Den Berechnungen der Forscher zufolge kann ein niedriger Spiegel des schlechten LDL-Cholesterins bei einem von 1.000 Patienten eine Krebserkrankung zur Folge haben. Insgesamt werteten die Forscher der Tufts Universität bei Boston Studien mit mehr als 41.000 Patienten aus. Bei den Personen mit sehr niedrigen LDL-Werten traten Tumorerkrankungen überraschender etwas häufiger auf.

Cholesterin mit Medikamenten senken
Studienleiter Richard Karas schreibt im "Journal of the American College of Cardiology (JACC)", dass der Nutzen von Statinen zum Schutz vor Herzerkrankungen eindeutig sei. Manche Aspekte des Einsatzes von Statinen sollten jedoch weiter erforscht werden. Möglicherweise sei es besser, die Cholesterinwerte mit einer Kombination verschiedener Medikamente zu senken als nur mit hochdosierten Statinen. Der Präsident des American College of Cardiology, James Dove, betont, das Resultat werfe zwar wichtige Fragen auf, zeige aber keinen kausalen Zusammenhang zwischen Statinen und Krebs. (APA/red)

3.8.2007 17:36