Sinnliches Salzburg. Der Sex der neuen Diven

Die Klassik-Stars der Festspiele wie sie die Männerwelt verzaubern, wie sie mit ihrem Image Millionen machen.
Der alte Haudegen mit dem symbolträchtigen Namen Herbert Fechter ist kein Freund romantischer Verklärungen. Die Popularisierung der Oper durch die drei Tenöre und ihre Nachfolger war nur ein bescheidener Anfang, doziert Österreichs umtriebigster Künstlermanager. Was wir heute erleben, ist die Sexualisierung der Oper endlich!
Vergesst die entrückten Isolden, vergesst die erdrückenden Walküren, vergesst die Klassik als bedrückende Peepshow der Bürgerlichkeit: Die Diven von heute sind eine perfekt abgeschmeckte Mischung aus Sex-Appeal und Pop-Glamour, die Opas Oper zum modernen Massenphänomen und Salzburg zum dichtest besetzten Tummelplatz der neuen E-Erotik machen.
Die totale Weiblichkeit. Hannes Eder, Österreich-Chef des Musikgiganten Universal, dessen Tochterfirma Deutsche Grammophon etwa Anna Netrebko unter Vertrag hat: Was wir heuer in Salzburg erleben, ist das absolute Bekenntnis zur Weiblichkeit sowohl stimmlich als auch optisch.
Sexualisierung der Oper? Absolutes Bekenntnis zur Weiblichkeit? Klar, für das puristische Stammpublikum bestechen Stars wie Anna Netrebko, Annette Dasch, Renée Fleming und Angelika Kirchschlager in erster Linie durch makellos schlanke Stimmen. Doch die (maskulin dominierte) Millionenschaft der Realos vorm TV-Schirm neigt eher zur gesamtheitlichen Betrachtung des Klang-Körpers.
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