Mittwoch, 1. August 2007

Mavie Hörbiger: ,Ich bin stolz, hier zu sein‘

Mit der süßen Bürde eines Namens von festspielhistorischer Wucht debütiert sie im ,Sommernachtstraum‘.

Es gibt Schicksalsschläge, die im Prinzip nichts anderes als ehrenhafte Resignation zulassen. Zum Beispiel: von einem deutschen Herrenmagazin hinter Britney Spears und Heidi Klum auf Platz drei der „Sexiest Women In The World“ gewählt worden zu sein. Oder: von Fernsehteilnehmern, welche die Namen Attila Hörbiger, Paul Hörbiger und Paula Wessely nicht einmal buchstabieren können, vor diesen Unsterblichen demoskopisch unter die fünfzig besten deutschsprachigen Schauspieler aller Zeiten gereiht zu werden. Oder, das Äußerste: mit Attila Hörbiger, Paula Wessely und Paul Hörbiger blutsverwandt zu sein, letztgenannten gar Großvater zu nennen und sich doch im Fach zu betätigen. Um all das zu überstehen, muss man eine tolle Schauspielerin sein.

Mavie Hörbiger, 27, ist eine tolle Schauspielerin, weshalb es Zeit ist, jetzt eine der letzten Hypotheken abzutragen. Bei den Salzburger Festspielen, wo Großvater Paul der Papageno, Großtante Paula das Gretchen und Großonkel Attila der Jedermann waren, tritt sie in Shakespeares „Sommernachtstraum“ an. Einspringenderweise und als junge Athenerin Hermia, die in einem aus Frauenverachtung generierten Inferno von Gewalt, Manipulation und Triebabfuhr fast zugrunde geht. Der Deutsche Christian Weise inszeniert, Corinna Kirchhoff und Robert Hunger-Bühler sind die Partner, nicht zu reden vom fabulösen Hörbiger-Gatten Michael Maertens, dem in der Rolle des Webers Zettel die Eselsohren umgeschnallt werden. Die Chose ist von programmatischer Delikatesse: Es handelt sich um eine Koproduktion mit dem Zürcher Schauspielhaus, dessen Intendant Matthias Hartmann 2009 das Burgtheater übernimmt.

Nachvollziehbar also, dass Mavie Hörbiger – sie hat sich vorläufig zu einer Art Lehrzeit ans Theater in Basel gebunden – überredet werden muss, hier überhaupt Interviews zu geben. Dann aber: Chapeau! Die Dame gebietet, auch für eine Zielgruppe jenseits der Fernsehserie „Arme Millionäre“, über souveräne Betörungskräfte.

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1.8.2007 17:15