Die Umweltkatastrophe: Was 1986 wirklich passierte

26. April 1986, 1 Uhr 23 Minuten, 40 Sekunden: Während eines technischen Experiments steigt im Block 4 des ukrainischen AKW Tschernobyl die Leistung des Reaktors binnen Sekunden um das Vielfache. 6 Sekunden nach der Notabschaltung kommt es zur Explosion, die 1.000 Tonnen schwere Abdeckung des Reaktors fliegt in die Luft. Wenige Minuten später schleudert eine zweite Explosion radioaktive Trümmer 1,5 Kilometer in die Atmosphäre. Der 1.700 Tonnen schwere Graphitblock des Reaktors geht in Flammen auf. Es dauert zehn Tage, bis der Brand gelöscht ist.
Tschernobyl war mehr als ein Atomunfall. Die Katastrophe hat sich in tausende Menschenleben und Einzelschicksale eingegraben. Die Wunden sind 20 Jahre nach dem Super-GAU nicht verheilt. Das Rote Kreuz hilft damals wie heute und morgen bei der medizinischen und psychologischen Bewältigung.
26. April 1986:Im ukrainischen "Lenin"-Kernkraftwerk Tschernobyl wird ein Experiment gestartet: Es soll geprüft werden, wie lange die Turbine mit der Restwärme des abgeschalteten Reaktors weiterläuft.
26. April, 1 Uhr, 23 Minuten, 40 Sekunden:Es kommt zum Turbinenstillstand. Der Kühlwasserzufluß ist eingeschränkt, die automatische Abschaltung unterbrochen, es entwickelt sich ein Hitzestau. Innerhalb von Sekunden steigt die Leistung des Meilers um ein Vielfaches an. 6 Sekunden nach der Notabschaltung ereignet sich der größte anzunehmende Unfall (GAU). Der Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodiert.
27. April 1986:Die Stadt Pripjat ist abgeriegelt, die Telefone funktionieren nicht, die Behörden informieren die Bewohner darüber, daß sie für 3 Tage in Zelten untergebracht werden. Die Löscharbeiten im Kraftwerk dauern an. Von Hubschraubern aus wird Sand, Stahl, Blei und Lehm auf den brennenden Reaktor geworfen.
28. April 1986:In Schweden, Norwegen und Finnland wird erhöhte Radioaktivität gemessen. Die sowjetische Atomenergiebehörde bestreitet eine Reaktorkatastrophe.
28. April, 21 Uhr:Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS teilt mit, daß es im Kernkraftwerk Tschernobyl einen Unfall gegeben habe.
28. April, 23 Uhr:Ein dänisches Laboratorium für Nuklearforschung gibt bekannt, daß im Atommeiler Tschernobyl ein GAU stattgefunden habe, wobei eine Reaktorstufe vollständig geschmolzen sei. Beim Durchschmelzen des Reaktorkerns werde die gesamte Radioaktivität an die Außenwelt abgegeben.
29. April 1986:In Deutschland erfolgt die erste offizielle Meldung darüber, daß sich in der Sowjetunion "offenbar ein ernster Atomunfall ereignet hat." Es soll eine 30-Kilometer-Sicherheitszone um das Kraftwerk gezogen werden. Mehrere zehntausend Menschen seien aus diesem Bereich zu evakuieren.
Hilfsorganisationen Hier können Sie helfen
Menschen für Menschen
Der Spiegel
Verein Tschernobyl-Hilfe
Hilfreiche Links:
Wikipedia
Fakten, Ursachen und Hintergründe
Greenpeace Wie kam es zu dem Unfall?
Videos:
Tschernobyl "Unfall im Atomreaktor"
Nachrichten vom Reaktorunfall am 28.04.1986
Computeranimation der Katastrophe
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Quelle:
Rotes Kreuz
Klimaforschung.net
