Mittwoch, 1. August 2007

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Liebe LeserInnen,

schon bald könnte das Meer Lieferant schier unerschöpflicher umweltfreundlicher Energie sein. Das Joint Venture Voith Siemens Hydro (VSH) treibt die Wellenenergie zur Marktreife voran.

Hausmüll oder andere Abfälle können in großem Stil zur Energieerzeugung dienen. Siemens hat unter Beteiligung verschiedener Partner drei Anlagentypen entwickelt, die Abfälle in Brennstoffe verwandeln.

Wellenkraft erzeugt Strom

Schon bald könnte das Meer Lieferant schier unerschöpflicher umweltfreundlicher Energie sein. Das Joint Venture Voith Siemens Hydro (VSH) treibt die Wellenenergie zur Marktreife voran. Schon heute versorgt ein Test-Wellenkraftwerk von VSH in Schottland etwa 50 Haushalte mit Elektrizität. Weitere Projekte sind bereits in Vorbereitung.
Noch wird der Weltenergiebedarf hauptsächlich durch nicht erneuerbare Ressourcen wie Öl, Kohle, Gas oder Atomenergie gedeckt. Die fossile Energiegewinnung wird zunehmend durch erneuerbare Alternativen ergänzt, etwa Wind- und die Solarenergie, Biomasse als auch Geothermie ˆ Energieträger, bei deren Nutzung Siemens bereits seit Jahren weltweit einer der größten Anbieter ist. Auch im Feld der Wasserkraft: Derzeit stammen etwa 18 Prozent des weltweit erzeugten Stroms aus Wasserkraftwerken. Über ein Drittel davon wird mit Turbinen und Generatoren vom Joint Venture VSH erzeugt.
In jüngster Zeit setzt das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Heidenheim verstärkt auf Wellenenergie. Im Mai 2005 hat sich VSH deshalb mit dem schottischen Wellenspezialisten Wavegen verstärkt, der seit dem Jahr 2000 eine Testanlage auf der schottischen Insel Islay betreibt, die nach dem Prinzip einer oszillierenden Wassersäule funktioniert: Ein trichterförmiges Dach deckt die Wasseroberfläche ab. Darin steigen die Wellen auf und ab, wobei die eingeschlossene Luft komprimiert und dekomprimiert wird. Die in dem Druckunterschied gespeicherte Energie wird über eine Turbine und einem Generator in Strom umgewandelt.
Zwar versorgt die Anlage nur rund 50 Haushalte, jedoch verspricht sich VSH mit dem kleinen Wellenkraftwerk neue Erkenntnisse zur Entwicklung kommerzieller Großkraftwerke. Mit Erfolg: Mittlerweile ist die Technik soweit ausgefeilt, dass VSH bereits konkrete Einsätze plant. In Schottland prüft das Unternehmen zusammen mit der britischen RWE-Tochter npower ein Großprojekt, während es mit dem Energieversorger EnBW an der deutschen Nordseeküste einen geeigneten Standort für ein weiteres Wellenkraftwerk sucht. Lohnen würde es sich: Experten schätzen das nutzbare Energiepotenzial der Wellenkraft auf einen Terawatt ˆ das entspricht etwa der Leistung von rund 1400 konventionellen Kraftwerksblöcken.

Müll als Energielieferant Ökostrom aus Frittierfett

Hausmüll oder andere Abfälle können in großem Stil zur Energieerzeugung dienen. Siemens hat unter Beteiligung verschiedener Partner drei Anlagentypen entwickelt, die Abfälle in Brennstoffe verwandeln. Die gewonnene Energie reicht aus, um tausende Haushalte mit Elektrizität und Wärme zu versorgen.
Der Berliner Entsorger Alba AG verarbeitet beispielsweise in seiner Verwertungsanlage im Stadtteil Pankow 60 Prozent der jährlich anfallenden 160.000 Tonnen Müll zu Ersatzbrennstoffen. Der Müll wird in einer großen Heißluft-Trommel getrocknet, zu kleinen Teilchen gemahlen und von nicht brennbaren, recyclebaren Elementen getrennt. Schließlich wird er zu Brennstoff-Pellets gepresst, die das Unternehmen unter anderem an Kraftwerke verkauft. Siemens liefert die Software und die Messtechnik zur Koordinierung des riesigen Maschinenparks.
Ein weiteres System zur Energiegewinnung namens Sipaper Reject Power von Siemens Industrial Solutions and Services (I&S) kommt in einer Recycling-Karton-Fabrik im österreichischen Hirschwang zum Einsatz. Nicht recyclingfähige, aber brennbare Reststoffe mit relativ hohem Feuchtegehalt können mit dieser Brenntechnik aus Schleuderradbeschickung und Rostbefeuerung sofort verbrannt werden. Der erzeugte Dampf wird über eine Turbine in elektrische Energie umgewandelt. Ein Rauchgasreiniger senkt derweil die Emissionswerte unter die gesetzlich vorgeschriebenen Werte.
Ebenfalls in Österreich steht ein von I&S und dem Energie-Dienstleister Wirkungsgrad Energieservice GmbH errichtetes Blockheizkraftwerk. Der Clou: Das Kraftwerk in Dornbirn-Stöcken verwandelt altes Brat- und Frittierfett sowie Altspeiseöle in Strom und Wärme. Insgesamt werden drei riesige Achtzylinder-Schwerölmotoren und Generatoren mit einer Gesamtleistung von viereinhalb Megawatt mit dem Öl betrieben. Weil die Brennstoffe pflanzlicher Natur sind, entsteht hier Ökostrom pur.


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Quelle:
Siemens AG

1.8.2007 17:21