Samstag, 4. August 2007

NASA schickt Sonde zum Mars: Roboter soll Lebensspuren am Nordpol ausfindig machen

  • Raumsonde Phoenix bringt Robo-Forscher zum Mars
  • Sonde landet Ende Mai 2008 auf dem roten Planeten

Eine US-Raumsonde ist vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus zum Mars gestartet. Sie soll erstmals nach Lebensspuren am vereisten Nordpol des Nachbarplaneten suchen. Die NASA schickte den Lander "Phoenix" bei einem Bilderbuchstart mit einer Delta-II-Trägerrakete auf den Weg.

Wenn weiter alles planmäßig verläuft, wird die Sonde Ende Mai kommenden Jahres auf dem Mars landen. In den drei folgenden Monaten während des Marsfrühlings und -sommers soll sie dann mit ihrem Roboterarm im Permafrostboden graben. Das gesamte Forschungsprojekt kostet 420 Millionen Dollar (knapp 310 Millionen Euro).

Der NASA zufolge wird "Phoenix" unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Damit würde es einen Lebensraum für Mikroorganismen geben. Bisher sei zudem unbekannt, ob der vereiste Boden an der Landestelle nur wenige Zentimeter oder möglicherweise mehr als einen halben Meter dick sei.

Mit den Geräten der Sonde kann laut NASA organisches Material im Boden nachgewiesen werden. Darüber hinaus soll das Wasser des Planeten auf seine chemische Zusammensetzung untersucht werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich unter anderem weitere Aufklärung darüber, warum aus dem einst feuchten und warmen Mars ein kalter Planet mit vereisten Polarkappen wurde.

Ursprünglich sollte die Sonde schon 2001 im Rahmen des Mars-Surveyor-Programmes zum Einsatz kommen. Die Reise wurde dann aber gestrichen, nachdem 1999 der Mars-Polar-Lander in der Nähe des Südpols verloren gegangen war. Seitdem war "Phoenix" in einem Raum des Rüstungs- und Technologiekonzerns Lockheed Martin aufbewahrt und technisch weiter "aufgemöbelt" worden.

Der Name der Sonde ist vom mythischen Vogel Phoenix abgeleitet, der aus seiner Asche aufersteht. (apa)

4.8.2007 14:20