Fischöl hilft gegen plötzlichen Herztod: Tödliches Risiko sinkt um rund 45 Prozent
- Omega-3-Fettsäuren: Regelmäßige Einnahme schützt
Jährlich sterben in Österreich rund 16.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Ein Teil von ihnen könnte in Zukunft durch eine relativ einfache Maßnahme davon verschont bleiben: Durch die regelmäßige Einnahme von hochkonzentriertem Fischöl (Omega-3-Fettsäuren). Die Schutzwirkung ist wissenschaftlich recht gut belegt.
So dürfte laut Hermann Toplak, Stoffwechselexperte an der Medizinischen Universitätsklinik in Graz ein direkter Einfluss dieser Fettsäuren auf das Blut gegeben sein. So geht man davon aus, dass Fischöle direkt vor einem Infarktereignis schützen, indem sie die (Blut-)Plättchen-Zusammenballung hemmen und so die Gefäße freihalten.
Fischöl senkt offenbar vor allem die Triglyceridwerte im Blut. Doch es gibt auch andere Effekte. Das haben die in Fachkreisen weltbekannten italienischen Kardiologen der sogenannten GISSI-Studiengruppe in einer 1999 im "Lancet" erschienenen wissenschaftlichen Arbeit mit 11.000 Patienten bewiesen.
Ein Viertel der Probanden, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten, bekam jeden Tag eine Kapsel mit einem Gramm Fischöl. Ein weiteres Viertel nahm pro Tag 300 Milligramm Vitamin E ein, ein weiteres Viertel beides und der Rest der Probanden erhielt Scheinmedikamente.
Das Hauptergebnis: Die Häufigkeit eines plötzlichen Herztodes sank in der Gruppe der Personen, welche die Fischöl-Kapseln eingenommen hatten, um 45 Prozent. Für Vitamin E damals wurde kein statistisch signifikanter positiver Effekt bewiesen. Die Gesamtsterblichkeit, die Häufigkeit der nicht tödlichen Infarkte und der nicht tödlichen Schlaganfälle reduzierte sich um 20 Prozent.
Fazit
Die Omega-3-Fettsäuren wirken offensichtlich antiarrhythmisch. Das heißt, sie setzen die Flimmerschwelle der Herzmuskelzelle herab und wirken so dem plötzlichen Herztod entgegen. Gefährdet, in das oft tödliche Kammerflimmern hinein zu geraten, sind speziell Patienten, die bereits an durch Atherosklerose bedingte Herzerkrankungen leiden, ebenso Menschen mit Herzschwäche.
An diese Personen könnte sich in Zukunft die Vorsorge per Fischöl richten. Die Fachleute sprechen hier von "Sekundärprävention", weil vor allem nach bereits vorhandenen Herzproblemen weitere Zwischenfälle verhindert werden sollen.
Der sicher lust- und geschmackvollere Konsum häufiger und großer Fischmahlzeiten dürfte in unseren Breiten weniger Effekt als der Konsum von Fischöl-Kapseln in der geforderten Qualität und der entsprechenden Dosis haben: Es ist ausgesprochen schwierig, damit auf die geforderte Menge zu kommen. (apa)
