Hiroshima gedenkt der Katastrophe: US- Atombombenabwurf jährt sich zum 62. Mal!
- Hunderttausende starben damals qualvollen Tod
- Premier Abe: "Keine nuklearen Waffen in Japan"

·Die kleine Sadako erinnert an Nagasaki
Tausende Papierkraniche als Symbol der Hoffnung
·"Ich sah ein grelles blau-weißes Licht"
Erinnerungen an ersten Atombombenabwurf
·BILDER: Hiroshima nach der Atombombe
90 % der Stadt wurden mit einem Schlag zerstört
·Atombomben über Hiroshima & Nagasaki
"Little Boy" und "Fat Man"
über Japan abgeworfen
·"Ich wusste, wir tun das Richtige"
Pilot des Atombomben- Jets zeigt keine Reue
·Kriegsverbrechen oder Heldentat?
Streit um Atombomben- abwurf über Hiroshima
·HINTERGRUND-INFO: Stichwort Hiroshima
Nur ausgebrannte Halle erinnert noch an Inferno
·"Väter der Bomben": Oppenheimer & Teller
Teller entwickelte später auch Wasserstoffbombe
·Bombe in "Postfach 1663" entwickelt
Mitten in der Wüste eine eigene Kleinstadt erbaut
Mit einem Appell zur Begrenzung der nuklearen Bedrohung in der Welt hat die japanische Stadt Hiroshima des amerikanischen Atombombenabwurfs 1945 gedacht. Etwa 45.000 Menschen versammelten sich zu einer Schweigeminute um 8.15 Uhr (Ortszeit). Zu diesem Zeitpunkt hatte vor 62 Jahren der US-Bomber "Enola Gay" die erste im Krieg eingesetzte Atombombe über der westjapanischen Stadt abgeworfen. Geschätzte 140.000 Menschen starben binnen weniger Monate.
Auch Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nahm unter glühender Sonne an der Gedenkveranstaltung im Friedenspark von Hiroshima teil. Er erklärte, Japan wolle keine Atomwaffen besitzen und werde auch nicht deren Stationierung in Japan zulassen: "Die Tragödien von Hiroshima und Nagasaki dürfen sich niemals wiederholen, nirgendwo auf der Welt".
Japan verzichtet auf Atomwaffen
Abes erneuerter Schwur "die wesentlichen Prinzipien gegen Atomwaffen einzuhalten" - dazu gehören der Verzicht auf die Herstellung, den Besitz und die Stationierung von Atomwaffen - widerspricht der Ansicht konservative Berater des Regierungschefs. Sie hatten als Reaktion auf die erfolgreichen Atombombentests Nordkoreas im vergangenen Jahr angeregt, die Anti-Nuklear Politik zu überdenken. Abe war im September mit der erklärten Absicht angetreten, die pazifistische Verfassung Japans neu zu schreiben.
Hiroshime nach Abwurf "eine Hölle"
Hiroshima sei nach dem Atombombenabwurf "eine Hölle" gewesen, sagte der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba.Die Überlebenden hätten die Toten beneidet. Japan - das seit Ende des Zweiten Weltkrieges einer der treuesten Verbündeten der USA ist - solle stolz auf seine pazifistische Verfassung sein und sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen. "Die Menschheit muss immer noch ihre Zerstörung fürchten, weil überholte Politiker der Realität der Atombombe und der Botschaft der Überlebenden den Rücken kehren", kritisierte Akiba. Japans Regierung müsse "Nein sagen zur Politik der USA, die überholt und ein Fehler ist".
Der Gedenktag folgte auf in diesem Jahr auf eine Affäre, in deren Verlauf Verteidigungsminister Fumio Kyuma zurücktreten musste. Kyuma hatte erklärt, die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki durch die USA sei "unvermeidbar" gewesen, um den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Am Sonntag entschuldigte sich Abe für die umstrittenen Äußerungen. Die Bemerkungen Kyumas hätten die Gefühle der Opfer sehr verletzt, sagte Abe am Sonntag bei einem Treffen mit Vertretern von Überlebenden. Die Umfragewerte des Regierungschefs erreichten am Montag dennoch ein historisches Tief.
Tote durch Spätfolgen
Auch Jahrzehnte nach Hiroshima und Nagasaki sterben jährlich noch Tausende an den Spätfolgen der atomaren Strahlung wie Leukämie oder verschiedenen Formen von Krebs. Inzwischen hat sich die Zahl der Opfer offiziell auf mehr als 242.000 erhöht. (APA)
