US-Ärzte heilten Mäuse mit Diabetes-Typ-I:
Entzündungsreaktionen in Zellen verringert
- Behandlung: Antibiotikum und künstlichen Proteinen
- Nach 2-4 Wochen: Normaler Blutzuckerspiegel

Mit einer Kombination aus drei Substanzen haben Forscher Mäuse vor der Zuckerkrankheit bewahrt. Die US-Ärzte um Terry Strom vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston behandelten Versuchstiere mit so genanntem Typ-I-Diabetes.
Die Behandlung stoppte bei den Nagern die fortschreitende Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, berichten die Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.
Nach zwei bis vier Wochen hatten die behandelten Mäuse, bei denen die Krankheit zuvor begonnen hatte, wieder eine normalen Blutzuckerspiegel. Nicht behandelte Kontrolltiere starben hingegen.
Die Gruppe um Strom untersucht den Diabetes vom Typ I, der oft schon in jungen Jahren ausbricht ("Jugenddiabetes"). Dabei zerstört das fehlgeleitete Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Damit fällt das lebenswichtige Hormon aus, mit dem der Zuckergehalt des Bluts geregelt wird. Um diesen Mangel auszugleichen, muss das Hormon lebenslang gespritzt werden.
Der den Tieren verabreichte Wirkstoff-Cocktail erhöhte die Toleranz des Immunsystems für diese Insulin produzierenden Zellen, erklären die Forscher. Die Mischung bestand aus einem Antibiotikum und zwei künstlich hergestellten Proteinen.
Die Behandlung verringerte unter anderem die Entzündungsreaktionen in den Zellen - dies sei einer der Schlüssel für die Behandlung des Leidens. Möglicherweise zeichnet sich damit der Prototyp einer Behandlung auch beim Menschen ab, heißt es in "PNAS".
In Österreich sind mehr als 300.000 Menschen zuckerkrank. Im Jahr 2001 waren es weltweit 177 Millionen Menschen, im Jahr 2025 werden es mehr als 330 Millionen sein. 85 bis 95 Prozent der Betroffenen leiden an Typ-2-Diabetes ("Altersdiabetes"), der Rest an Typ-1-Diabetes ("juveniler Diabetes"). (apa)
