Flächendeckender Streik bei Deutscher Bahn geplant: 12.000 bei Urabstimmung
- GDL: Streik mit 24 Stunden Vorwarnzeit organisiert
- Bis zu ca. 35.000 Personen- und Güterzüge betroffen
·Deutsche Bahn: Jetzt drohen Dauerstreiks!
Tarifverhandlungen mit Lokführern gescheitert
·Tarifverhandlungen jetzt abgebrochen
Deutscher Bahn drohen nun unbefristete Streiks

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich in dieser Woche bundesweit auf Zugausfälle und massive Verspätungen einstellen. Schon am Mittwoch könnten die Lokführer einen unbefristeten Streik beginnen, nachdem auch am Wochenende Bahn und Gewerkschaft in der Tarifauseinandersetzung auf ihren Positionen beharrten. Politik und Verbände warnten vor schädlichen Folgen für die Wirtschaft.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ihre 12.000 Mitglieder zu einer Urabstimmung aufgerufen. Danach will sie über die weiteren Schritte entscheiden.
Die Gewerkschaft rechnet mit einer Zustimmung zum Arbeitskampf "von 90 Prozent plus X". Ein Streik würde laut GDL mit 24 Stunden Vorwarnzeit organisiert. Auch vor Gericht geht die Auseinandersetzung weiter: Die Arbeitsgerichte in Frankfurt und Chemnitz werden in Eilverfahren über das von Bahntöchtern beantragte Streikverbot entscheiden.
Treffen mit Bahn-Chef abgelehnt
GDL-Chef Manfred Schell hatte ein Treffen mit Bahn-Chef Mehdorn und den beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA abgelehnt und forderte die Bahn auf, bis zum Dienstag ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorzulegen.
Laut "Bild am Sonntag" stellt sich die Bahn auf bundesweite Streiks ein. Betroffen wären nach Informationen des Blattes bis zu 28 000 Personen- und 4.780 Güterzüge am Tag und damit rund 5 Millionen Bahn-Kunden (4,7 Millionen im Nahverkehr, 330.000 in IC und ICE). Dazu kämen 170 internationale Züge.
Bahnchef Hartmut Mehdorn drohte der Lokführer-Gewerkschaft GDL im Falle von rechtswidrigen Streiks mit Schadenersatzklagen. "Wenn durch illegale Aktionen der Bahn ein Millionenschaden entsteht, dann wollen wir den ersetzt haben", sagte Mehdorn dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
(apa/red)

