Sonntag, 5. August 2007

Österreich ist Globalisierungsgewinner: Mehr gut bezahlte Jobs als vor fünf Jahren

  • 7.300 zusätzliche Arbeitsplätze seit 2002 geschaffen
  • Viele Firmen haben auch Lehrgeld im Osten bezahlt

In den Jahren 2002 bis 2006 verlagerten heimische Firmen rund 21.000 Jobs ins Ausland. Ebenso viele, aber besser bezahlte Stellen schufen sie in Österreich. Weitere 7.300 Arbeitsplätze kamen durch ausländische Firmen ins Land, geht aus einer Studie im Auftrag des Management Clubs hervor. Nicht einmal jeder Hundertste der im Schnitt 2,2 Millionen arbeitenden Österreicher wurde somit um die Jahrtausendwende zum direkten Globalisierungsopfer.

Betrachte man aber die Entwicklung der international tätigen heimischen Betriebe in der Gesamtschau, so zeige sich, dass die Österreicher deutlich von der Globalisierung profitieren würden, berichtet die "Presse". Denn die Firmen verlagerten Produktionsstätten nicht nur aus Kostengründen in den Osten. Sondern um die dortigen Märkte zu erschließen. Das hat unterm Strich mehr Österreichern neue Jobs gebracht, als durchs Offshoring verloren gingen: und zwar 21.374.

Österreich Offshoring-Ziel für Managementposten
Dazu kämen 7.300 Arbeitsplätze, die ausländische Firmen in Österreich schufen. Österreich sei nämlich auch ein Offshoring-Ziel. Und zwar für hoch qualifizierte und gut bezahlte Managementposten.

"Ich war überrascht, dass Österreich so ein riesiger Gewinner der Globalisierung ist", sagte Studienautor Florian Schwillinsky zur "Presse".

Lehrgeld im Osten bezahlt
Eine weitere Überraschung sei, dass einige der Betriebe, die wegen billiger Löhne Produktionsstätten nach Osteuropa verlagert haben, dies nun bitter bereuen würden und zurückkämen. Acht Prozent derer, die Offshoring betrieben haben, seien bereits wieder heimgekehrt. Vor allem metallverarbeitende Betriebe hätten Lehrgeld bezahlt: "Der Kommunikationsaufwand ist sehr hoch, weil man ständig nachtelefonieren muss", sagte Schwillinsky. "Erfolg mit dem Offshoring hatten nur jene, die ein Kommunikationsmanagement aufgezogen haben." Was nicht billig ist. "Bei einigen würde das die Lohnkostenvorteile auffressen."

1.239 Entscheidungsträger österreichischer Betriebe aller Branchen wurden für diese Studie telefonisch befragt. Dazu kamen 50 Einzelgespräche mit Managern und Unternehmern aus Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

(apa/red)

5.8.2007 17:20