Sonntag, 5. August 2007

Schwarzarbeit in den Ferien: AK kritisiert schlechte Jobbedingungen für Schüler

  • 4 von 10 können Praktika nicht für Schule nutzen
  • AK: Pflichtpraktika müssen besser integriert werden

130.000 Oberstufenschüler machen derzeit ihr Pflichtpraktikum oder einen Ferialjob. Doch vier von zehn Schüler berufsbildender höherer Schulen können ihre Erfahrungen aus dem Pflichtpraktikum nicht für den Schulunterricht nutzen, wie aus einer Umfrage der Arbeiterkammer (AK) hervorgeht. Zudem sind viele schwarz beschäftigt bzw. in unklaren Arbeitsverhältnissen.

Die AK fordert daher, dass vor allem Pflichtpraktika, die ja an den berufsbildenden Schulen Teil der Ausbildung sein sollen, besser in den Schulunterricht integriert und Schüler besser über ihre Rechte informiert werden.

Laut AK arbeiten vier von zehn Oberstufenschülern arbeiten während der Sommerferien. Fast zwei Drittel der von der AK befragten Jugendlichen, welche eine Ferialarbeit absolvierten, jobbten ein ganzes Monat, 18 Prozent noch länger. Über die Hälfte der Pflichtpraktika zogen sich über mehr als zwei Wochen.

Die AK-Umfrage zeige, dass Vor- und Nachbereitung der Ferialarbeit und der Praktika in den Schulen häufig mangelhaft sei. So fehle es oft an Wissen über die Rechte von Arbeitnehmern und über unterschiedliche Beschäftigungsformen. Jeder vierte Schüler ist laut AK entweder schwarz beschäftigt oder kennt sein Beschäftigungsverhältnis nicht. Besonders groß ist das Problem in den AHS, wo bei über 30 Prozent der Schüler entweder illegale oder unklare Arbeitsverhältnisse vorliegen.

Ebenso trist ist die Situation bei der Nachbearbeitung im Unterricht. Über die Hälfte (51 Prozent) der Schüler gibt an, dass sie die Erfahrungen in der Arbeitswelt nicht in den Unterricht einbringen können. Mehr als 38 Prozent der Schüler an berufsbildenden höheren Schulen sind ebenfalls dieser Meinung - und das, obwohl sie dort ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen.

(apa)

5.8.2007 12:13