Samstag, 4. August 2007

Enormer Mangel an Fachkräften: Leitl für Zulassung von qualifizierten Ausländern

  • Vorschlag stößt auf Ablehnung bei SPÖ-Kalina
  • Billige Ausländer seien nicht die einzige Lösung

Wirtschaftskammerpräsident Leitl stößt mit seinem Vorschlag der Zulassung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte zur Behebung des Fachkräftemangels auf Ablehnung bei SPÖ- Bundesgeschäftsführer Kalina. Leitl meinte, wenn das AMS feststelle, dass man trotz aller Bemühungen keine Facharbeiter finde, sollte man "für die Auftragsbewältigung unabdingbar notwendige" qualifizierte Ausländer aufnehmen.

Kalina meinte dazu, die Probleme seien hausgemacht. Leitl dürfe es sich nicht so leicht machen und als einzige Lösung für den Facharbeitermangel billig Arbeitskräfte aus dem Ausland verlangen. Die Statistik zeige deutlich, dass gerade die Branchen, die am lautesten nach Billigarbeitskräften aus dem Ausland rufen, jene seien, die am wenigsten für die Ausbildung tun. Die Zahl der Lehrverträge sei in vielen Branchen gesunken. "Es braucht also wirklich keine Öffnung, denn die Facharbeiter gibt es, man muss sie nur ausbilden".

Auch kurzfristig sei eine Lösung relativ einfach: "Zwischen 1999 und 2006 ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen, die über einen Lehrabschluss verfügen, um 172 Prozent auf rund 82.000 Menschen gestiegen. Diese Personen wären relativ leicht und kurzfristig durch sinnvolle und zielgerichtete AMS-Kurse entsprechend qualifizierbar. "Hier ist auch das AMS gefordert", so der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.

Leitl hatte gemeint, in der Vergangenheit sei das Thema Ausländer "undifferenziert behandelt" worden. Die Ausländer seien zu einem "politischen Modeunwort" geworden und "ich möchte davon weg".

(apa)

4.8.2007 14:17