Freitag, 3. August 2007

"Hackler"-Rekord im Jahr 2007! Es gibt praktisch eine Verdopplung zum Vorjahr

  • Im ersten Halbjahr waren 8.047 Personen betroffen

Einen neuen "Hackler"-Rekord im Pensionsbereich dürfte es für 2007 geben. Im ersten Halbjahr 2006 konnten auf Grund der langen Versicherungsdauer von 45 Jahren für Männer und 40 Jahren für Frauen insgesamt 4.396 Personen ohne Abschläge in die Frühpension gehen, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gab es einen rasanten Anstieg auf 8.047 Personen und damit praktisch eine Verdoppelung, geht aus den jüngsten Daten der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hervor. Setzt sich die Entwicklung fort, wird auf jeden Fall der bisherige "Hackler"-Höchststand vom Vorjahr mit 13.461 deutlich übertroffen.

Allerdings gibt es ab 2006 eine neue Zählweise. Der Sprecher der PVA, Johannes Pundy, erklärte auf Anfrage der APA, früher seien tatsächlich nur jene Personen als "Hackler" erfasst worden, die auch zum frühest möglichen Zeitpunkt von 60 Jahren für Männer und 55 Jahren für Frauen sowie bei Erreichen von 45 Versicherungsjahren für Männer und 40 für Frauen in Pension gegangen sind. Ab dem Vorjahr sei man dazu übergegangen, auch jene Personen unter "Hackler" zu subsummieren, die erst nach dem 60. bzw. 55. Lebensjahr die Frühpension in Anspruch genommen haben. Also wenn beispielsweise ein Mann 61 Jahre alt war und 540 Versicherungsmonate aufwies, wurde er ebenfalls als "Hackler" eingereiht.

Zuvor waren diese Personen unter die normalen vorzeitigen Alterspensionen gereiht worden. Die weiterhin ausgewiesenen vorzeitigen Alterspensionen wegen langer Versicherungsdauer sind eine eigentlich schon Anfang 2005 abgeschaffte Pensionsart. Allerdings gibt es hier noch Übergangsregelungen bis 2017.

Die eklatante Erhöhung bei den "Hackler"-Pensionen erklärt Pundy damit, dass "jetzt die ganze Generation in Pension geht, die in der Zeit der Hochkonjunktur beschäftigt war und wenig Unterbrechungen" im Erwerbsverlauf aufweist. In ein paar Jahren werde sich dies ändern. Heute gebe es noch sehr viele Menschen, die 40 oder 45 Versicherungsjahre erreichen, dies könnte im Lauf der Jahre immer mehr abnehmen.

Was die "Hackler"-Regelung betrifft (im Hauptverband heißt der neue Sprachgebrauch dafür "Langzeitversicherte"), hatte die rot-schwarze Koalition zuletzt eine Verlängerung der ursprünglich bis 2007 geltenden Bestimmung beschlossen. Diese wurde dann um ein Jahr verlängert und schließlich bis 2010 ausgeweitet. Die SPÖ verlangt nun, dass die "Hackler"-Regelung unbefristet weiter gilt, die ÖVP legt sich quer. Allerdings hat sich innerhalb der Volkspartei der ÖAAB für die unbefristete Verlängerung ausgesprochen, was zuletzt Sozialminister Erwin Buchinger (S) freudig zur Kenntnis nahm. (apa)

3.8.2007 10:22