Sonntag, 5. August 2007

Liebe zum Fußball entdeckt: Mateschitz
sieht Red Bull Salzburg noch nicht am Zenit

  • Weiterer Stürmer soll den Verein unterstützen
  • "Weiß nicht, ob Mannschaft schon so gut ist wie 2006"

Auf den österreichischen Meister Red Bull Salzburg wartet in der Champions League ein dem Namen nach schlagbarer, aber unangenehmer Gegner. Das weiß auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz. Längst hat der 63-Jährige seine Liebe zum Fußball entdeckt. Vor dem voraussichtlichen Duell mit Schachtjor Donezk mahnte der Firmenchef aber zur Vorsicht. Die Suche nach einem weiteren Stürmer werde indes intensiv fortgeführt, bestätigte Mateschitz am Rande des Formel-1-Grand-Prix von Ungarn der APA.

"Im Moment darf mit Zickler nichts passieren, sonst bekommen wir Probleme", begründete Mateschitz. Es gebe Gespräche mit einigen Verstärkungen. Nicht zuletzt aufgrund des mäßigen Starts in die Bundesliga-Saison zweifelt der Red-Bull-Boss derzeit ein wenig an der Form seiner Elf. "Ich weiß nicht, ob die Mannschaft schon so gut ist wie voriges Jahr zu dieser Zeit. Vor allem in der Verteidigung haben wir noch ein paar Probleme", sagte Mateschitz.

Mit acht Punkten aus fünf Spielen ist das Starensemble bisher hinter seinen Erwartungen geblieben. 2006 war man nach fünf Runden mit elf Zählern ungeschlagener Tabellenführer und holte bis zur ersten Niederlage in der 10. Runde (übrigens bei Sturm mit 1:2) 21 Punkte. In der Champions-League-Qualifikation eliminierten die Salzburger erst den FC Zürich und hatten dann auch gegen Valencia ihre Chancen. "Zürich und Valencia sind sicherlich stärkere Gegner als wir sie heuer haben. Wir haben zumindest die gleichen Chancen, aber unterschätzen dürfen wir Donezk auf keinen Fall."

Mateschitz erinnerte an das "erhebliche Budget", das den Ukrainern von Stahl-Tycoon Rinat Achmetow zur Verfügung gestellt wird. Zuletzt hatte sich Schachtjor die Dienste des mexikanischen Teamstürmers Nery Castillo, der bei der Copa America unter anderem mit einem Traumtor gegen Rekordweltmeister Brasilien für Aufsehen gesorgt hatte, von Olympiakos Piräus satte 15 Millionen Euro kosten lassen. Diese Summen sind im Fußball derzeit selbst für Red Bull eine Illusion.

Ablöse wollen die Salzburger für ihren neuen Stürmer keine bezahlen, langsam wird es auf dem bis 31. August geöffneten Markt aber eng. Mateschitz will jedoch unbedingt in die Champions League - der nächste Schritt auf dem Red-Bull-Plan. "Wenn wir zu Hause nicht sehr hoch gewinnen, dann wird das Rückspiel in der Ukraine aber sicherlich sehr schwierig", meinte Mateschitz. Auswärts hatte sich sein Team auch mit dem torlosen Remis bei Sturm Graz nicht gerade mit Ruhm bekleckert, hat in den drei Bundesligaspielen auf fremdem Boden erst zwei Punkte geholt.

Das eigene Stadion hat zuletzt auch immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Erst wenige Stunden vor der Eröffnung gegen Arsenal waren alle Bauauflagen für die auf 30.900 Zuschauer erweiterte Arena erfüllt. Gemäß Beschlüssen aus der Ära, als sich Red Bull noch nicht im Fußball engagierte, soll das Stadion nach der EURO 2008 sogar wieder zurückgebaut werden. "Das Buch über die Schildbürger ist aber schon geschrieben worden", erinnerte Mateschitz süffisant.

Das größte Projekt, das sein Konzern im öffentlichkeitswirksamen Bereich derzeit vorantreibe, sei der Fernsehsender Red Bull TV. Die Planungen laufen auf Hochtouren. "Es sollen zumindest sechs Stunden täglich gesendet werden", versicherte Mateschitz. "Das Programm wird sich nicht nur auf Sport beschränken, sondern auch auf Events, die mit uns in Assoziation stehen." Das Hauptquartier des Senders werde sich am Firmensitz in Fuschl in Salzburg befinden.

(apa)

5.8.2007 16:20