Mattersburg liefert "Krimi" gegen Aktobe: Kovrig mit "Erlöser-Tor" in der 93. Minute
- Pucher: "So etwas brauche ich nicht jede Woche"
- UEFA-Cup-Quali-Aufstieg: 1. Mal in Vereinsgeschichte

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SV Mattersburg hat durch einen 4:2 (1:0)-Heimsieg gegen Aktobe Lento als vierter österreichischer Club das Ticket für die zweite UEFA-Cup-Quali-Runde gelöst. In einem wahren Krimi lagen die Burgenländer, die das Hinspiel 0:1 verloren hatten, im Europacup-Premierenspiel des von 4.000 Zuschauern besuchten Pappel-Stadions nach Treffern von Jancker (22.), Wagner (62.) und Csizmadia (67./Freistoß) schon 3:0 voran, ehe das Spiel auch "dank" einer Roten Karte für Verteidiger Mravac (75./Foulspiel) kippte.
In einem wahren "Fußball-Krimi" hat sich der SV Mattersburg im Europacup-Premierenspiel im Pappel-Stadion vor 4.000 Zuschauern für die zweite UEFA-Cup-Qualifikationsrunde qualifiziert. Die Burgenländer kamen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Europacup eine Runde weiter. Nach der 0:1-Hinspielniederlage in Kasachstan lagen die nach 67 Minuten schon mit 3:0 führenden Burgenländer gegen FK Aktobe Lento bis zur 93. Minute nur noch mit 3:2 voran, ehe der Ungar Akos Kovrig seiner Elf das Weiterkommen sicherte.
Kovrig hatte sich in der Nachspielzeit bei einem Freistoß das Leder geschnappt und mit seinem starken linken Fuß getroffen. "Ich hatte schon vor dem Schuss ein gutes Gefühl, dass ich das Tor machen werde", verriet der 25-Jährige. Der Assistgeber zum 1:0 von Jancker war in den beiden Quali-Duellen nur durch die Sperre von Fuchs in die Mannschaft gerückt. "Das Spiel war ein Horror. Wir haben ein unglückliches Tor bekommen und sind dann zurückgefallen. Aber wir haben bis zuletzt an den Umschwung geglaubt", sagte der im Sommer vom ungarischen Zweitdivisionär Kecskemet ins Burgenland geholte Mittelfeldspieler.
Für den überraschenden Rückfall seiner Mannschaft nach der 3:0-Führung wollte Coach Franz Lederer nicht nur die anstrengenden englischen Wochen als Ausrede gelten lassen. "Das Spiel war vor allem eine Kopfsache. Jeder wusste, dass es historisch wäre, wenn wir eine Runde weiterkommen würden. Deshalb denke ich, dass wir mehr mit dem Kopf, als mit der körperlichen Müdigkeit zu tun hatten."
Dass es zu einem Happy End kam, sei vor allem auf die charakterliche Stärke des Teams zurückzuführen. "Die Mannschaft hält immer bis zum Schluss zusammen. Das ist Mattersburg", so der 43-Jährige. Kapitän Didi Kühbauer, der Schiedsrichter Anders Hermansen als den schwächsten Mann auf dem Platz bezeichnete, meinte: "Es war ein harter Kampf, letztlich aber auch eine Nervensache. Wir sind zwar glücklich, aber höchst verdient aufgestiegen. Für Mattersburg und das Burgenland ist der Aufstieg etwas ganz Besonderes."
Mattersburg-Präsident Martin Pucher stand die Anspannung ins Gesicht geschrieben. "Das Spiel hat mir unnötig viele Nerven gekostet, so etwas brauche ich nicht jede Woche", betonte Pucher. (apa)
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