Montag, 30. Juli 2007

Auftrieb durch UI-Cup: Rapid träumt nach Aufstieg in Kasan von UEFA-Cup-Erfolgen!

  • Edlinger: "Jetzt sind wir dort, wo wir hinwollten"
  • Trainer Pacult ortete in Doppelbelastung Problem

Rapid steht nach vier internationalen Spielen nun auch dort, wo den Wiener Stadtrivalen Austria sein Cupsieg aus der Vorsaison auf direktem Wege hingeführt hatte - in der zweiten Qualifikations-Runde für den UEFA-Cup. Während bei der Auslosung in Nyon durchwegs schlagbare Gegner aus Mittel- und Osteuropa warten, dürfte es in der ersten Hauptrunde zu einem Aufeinandertreffen mit einem internationalen Topclub kommen.

"Jetzt sind wir dort, wo wir hinwollten und wo wir hingehören", erklärte Rapid-Präsident Rudolf Edlinger am Sonntag nach dem torlosen Remis bei Rubin Kasan, durch das sich die Hütteldorfer nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel den Aufstieg gesichert hatten. Über den Umweg UI-Cup hat der Rekordmeister letztlich auch das Saisonziel für 2006/2007 geschafft, unter dem im September Trainer Peter Pacult nach Wien zurückgeholt worden war - ein Startplatz im UEFA-Cup.

Sonderlob für Payer
"Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es ist sehr wichtig, dass wir dieses Ziel nachträglich erreicht haben. Das Wie ist uns im Moment egal", meinte Pacult. Denn seine Mannschaft war in Kasan vor allem in der ersten Runde unter Dauerdruck gestanden, doch die defensive Viererkette um Kapitän Martin Hiden hatte standgehalten. Sonderlob vom Trainer holte sich neben Torhüter Helge Payer auch der Finne Markus Heikkinen im defensiven Mittelfeld ab.

Die spielentscheidende Szene war dennoch wieder ein Ausschluss gewesen - jener des Südafrikaners Sibaya. Dieser hatte davor das Mittelfeld dominiert - bis zur 66. Minute, als er den eingewechselten Korkmaz mit dem Handrücken im Gesicht traf. "Er hat mich gesehen und dann extra noch ausgeholt", betonte Korkmaz. "Für mich war das sicher eine Rote Karte." Die Russen freilich sahen im schwedischen Schiedsrichter den Totengräber ihrer Europacup-Hoffnungen.

Einzug in Gruppenphase möglich
Rapid dagegen darf weiter von einem Einzug in die lukrative Gruppenphase träumen, wie er im Vorjahr nur der Austria gelungen war. Zumindest die erste Hauptrunde ist das Ziel. "Jetzt haben wir es soweit geschafft, dass wir da auch hineinwollen", gab Hiden die Marschroute vor. "Unser Hauptaugenmerk muss aber trotzdem auf der Meisterschaft liegen. Das ist unser tägliches Brot und da haben wir aus der Vorsaison (Platz vier/Anm.) ja auch einiges gutzumachen. Der Europacup ist nur das richtige Doping dafür."

"Natürlich haben wir in den kommenden Wochen ein sehr dicht gedrängtes Programm. Das ist ein kleines Problem", gestand Pacult.

Finanziell ist der Europacup für Rapid aber schon in dieser frühen Phase ein Geschäft. Mehr als 500.000 Euro sind im laufenden Budget eingeplant. Und auch für den den österreichischen Fußball ist es wichtig, nach dem schwachen Vorjahr international wieder stärker vertreten zu sein. (apa/red)

30.7.2007 12:30