Montag, 30. Juli 2007

Die harte Nuss von der Ostseeküste: FK Ventspils ärgerte schon ganz große Namen!

  • Lettischer Meister freut sich auf "Dzovanni Trapatoni"

Mit dem lettischen Fußball-Meistertitel 2006 hat FK Ventspils den größten Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte (Gründung 1997) erreicht. ÖFB-Meister Red Bull Salzburg ist zwar im Zweitrunden-Duell der Champions-League-Qualifikation klarer Favorit, die Blau-Gelben haben sich aber auch international schon als harte Nuss für den einen oder anderen "Großen" herausgestellt.

In der UEFA-Cup-Quali 2006/07 scheiterte Ventspils gegen Newcastle nur hauchdünn, nach einem 0:1 daheim gab es in England ein 0:0. Der bis dato größte Coup war zwei Jahre davor in der UEFA-Cup-Quali 2004/05 gelungen, als man Bröndby Kopenhagen mit 0:0 (h) und 1:1 (a) verabschiedete.

In der heimischen Punktejagd schnappte man sich unter Leitung des ukrainischen Trainers Roman Grigortschuk nach drei zweiten und fünf dritten Plätzen vergangenes Jahr endlich den ersten Meistertitel. Der Lohn für den dreifachen Cupsieger (2003-2005) ist nun das erstmalige Antreten in der Champions-League-Quali, wo in Runde eins TNS Llansantffraid dank der Auswärtstorregel 2:3 (a) und 2:1 (h) eliminiert wurde.

Heim-Stadion fasst nur 3.200 Fans
Gegen die Waliser wurde noch in der 45.000-Einwohner-Stadt Ventspils gespielt, gegen Salzburg weicht man auf Grund des heimischen Fassungsvermögens von nur 3.200 ins Skonto-Stadion der rund 190 km entfernten Hauptstadt Riga aus.

Mit dem zweiten nationalen Meistertitel wird es für Ventspils jedoch wohl nicht klappen, aktuell liegt das Team hinter dem überlegenen Leader Metalurgs Liepaja, FK Riga und Skonto Riga nur auf Platz vier. Die Vorfreude auf Salzburg ist dennoch groß, auf der Homepage des Clubs fiebert man bereits dem Besuch des "großen Dzovanni Trapatoni" entgegen.

Erdöl-Umschlagplatz
Ventspils ist der ehemals wichtigste Erdöl-Umschlagplatz der Sowjetunion an der Ostsee. Der Bürgermeister von Ventspils, der Oligarch Aivars Lembergs, war bis Mitte Juli rund vier Monate wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche in Untersuchungshaft gesessen.

Der größte Erfolg in der lettischen Fußball-Geschichte war zweifellos die EM-Teilnahme 2004. Bei der Endrunde in Portugal gab es neben Niederlagen gegen Tschechien (1:2) und die Niederlande (0:3) ein 0:0 gegen Deutschland zu feiern. Mit dabei war damals natürlich auch der Ex-Austria- und -Admira-Legionär und lettische Teamkapitän Witalij Astafjews, der Rekordspieler seines Landes ist und aktuell bei Skonto Riga kickt.

In der WM-Quali 2006 war Lettland chancenlos, und in der Quali für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz läuft überhaupt alles schief. Sogar gegen Liechtenstein musste man sich 0:1 geschlagen geben. Aktuell rangiert das Nationalteam in der FIFA-Weltrangliste nur auf Platz 111, was das schlechteste Ranking der Geschichte darstellt. (apa)

30.7.2007 10:25