Montag, 6. August 2007

250. Meisterschafts-Derby ohne Highlights: Rapid & Austria trennen sich mit einem 0:0

  • Viel Taktik, wenig Torszenen im Duell der Erzrivalen
  • Kuljic scheitert zwei Mal alleine stehend vor Payer

Das 282. Wiener Derby zwischen Rapid und Austria ist mit einem gerechten 0:0-Remis zu Ende gegangen. Obwohl die Nullnummer in der 5. Runde der T-Mobile-Bundesliga vor 17.500 Fans im ausverkauften Hanappi-Stadion ein intensives Duell und vor der Pause auch viel Tempo zu bieten hatte, waren Chancen eher Mangelware oder wurden stümperhaft vergeben.

Die besseren Möglichkeiten fanden die Austrianer vor, vor allem durch ihren diesmal glücklosen Goalgetter Kuljic, der jeweils in Rapid-Goalie Payer seinen Meister fand. Rapid ist damit seit fast einem Jahr daheim ungeschlagen. Die bis dato letzte Heimpleite setzte es vor der Ära Peter Pacult unter dem nunmehrigen Austria-Coach Georg Zellhofer am 20. August 2006 gegen den GAK (1:4). Die Austria ist in dieser Saison weiter ohne Niederlage.

Beschimpfungen in Richtung Tokic
Die 17.500 Zuschauer verwandelten das Hanappi bei perfektem Fußballwetter in einen derby-würdigen Hexenkessel. Vor Anpfiff machten die Fanblocks beider Wiener Fußball-"Religionen" mit großen Choreographien im West- (Rapid) bzw. Ost-Sektor (Austria) klar, dass der jeweilige Klub der einzig wahre in der Bundeshauptstadt sei. Ex-Austrianer Tokic wurde nach seinem Transfer im Sommer zum Erzrivalen nach Hütteldorf vom violetten Anhang mit üblen Beschimpfungen bedacht.

Und auch die jeweils elf Akteure auf dem Feld schenkten sich im Kampf um die Vormachtstellung in Wien nichts und legten von Anpfiff weg offensiv los. Nach sechs Sekunden gab es das erste Rapid-Foul, nach vier Minuten die erste Chance für Grün-Weiß: Nach Hofmann-Vorlage hatte der pfeilschnelle Korkmaz freie Bahn, doch der 21-Jährige legte sich den Ball zu weit vor und Safar rettete.

Austria mit guten Möglichkeiten
Die Austria übernahm dann vor allem zwischen Minute 20 und 30 das Kommando und konterte mit einem Acimovic-Freistoß aus 25 Metern knapp am linken Eck vorbei, einem Ertl-Kopfball, den Hofmann per Kopf von der Linie kratzte, sowie einem Standfest-Schuss ans Außennetz.

Der Schlagabtausch ging dann munter weiter. Nach einem Bilic-Kopfball hauchdünn über die Austria-Latte (33.) fand Austrias "Knipser" Kuljic die bis dahin größte Chance vor: Eine Gercaliu-Hereingabe wurde von Ex-Austrianer Tokic unglücklich zum frei stehenden Kuljic verlängert, dieser scheiterte jedoch wohl selbst ein wenig überrascht aus kurzer Distanz an Payer (40.). Wenig später scheiterte Rapid durch einen Bilic-Drehschuss an Safar (43.).

Kaum Chancen nach der Pause
In den Kabinen und auf den Rängen gab es danach einiges zu besprechen. Die Hoffnungen, dass sich die Anzahl der Chancen erhöht, zerschlugen sich dann aber rasch. Zunächst musste Schiri Plautz die Partie wegen von Austria-Fans Richtung Payer geschossenen Knallkörpern kurz unterbrechen, danach schalteten beide Teams aus Angst vor dem womöglich entscheidenden Gegentor zunehmend auf Nummer sicher. Die Zweikämpfe blieben zwar intensiv, die Chancen wurden aber weniger.

Wie aus dem Nichts tauchten dann nach Lasnik-Freistoß und missratener Rapid-Abseitsfalle zwei Austrianer alleine vor Payer auf, zunächst scheiterte Ertl und danach der diesmal alles andere als "coole" Kuljic am glänzenden Payer (jeweils 67.). Die letzten Chancen vergaben Hiden, der mit einem Gewaltschuss aus spitzem Winkel an Safar scheiterte (76.), sowie Acimovic, der nur das obere Tornetz traf (80.). Im Finish kam es zum Duell von Österreichs U20-WM-Offensivhelden Hoffer (Rapid) und Okotie (Austria), aber auch die beiden Youngsters konnten an der Nullnummer nichts mehr ändern.

SK Rapid Wien - FK Austria Magna 0:0
Wien, Hanappi-Stadion, 17.500 (ausverkauft), SR Plautz.

Rapid: Payer - Hiden, Tokic, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Boskovic (46. Kavlak), Korkmaz - Bilic, Bazina (72. Hoffer)

Austria: Safar - Standfest, Ertl, Schiemer, Majstorovic - Sulimani (77. Okotie), Metz, Blanchard, Gercaliu (66. Lasnik) - Acimovic - Kuljic (84. Aigner)

Gelbe Karten: Katzer, Patocka bzw. Schiemer, Acimovic, Majstorivic, Kuljic

(apa/red)

6.8.2007 11:50